Winter-Bohnenkraut - Satureja montana – Heimische Wildpflanze | Gärtnerei Hüskes
Winter-Bohnenkraut - Satureja montana – Heimische Wildpflanze | Gärtnerei Hüskes

Winter-Bohnenkraut - Satureja montana

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Berg-Bohnenkraut (Satureja montana) – Robust, aromatisch, unverzichtbar

Mit seinem pfeffrig-würzigen Duft und der späten, weißen bis zart rosafarbenen Blüte bringt Berg-Bohnenkraut Sonne auf den Teller und Struktur ins Kräuterbeet. Die kompakte, immergrüne Staude ist hart im Nehmen und liefert vom Sommer bis in den Herbst frische Würze – selbst in mageren, trockenen Lagen.

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Winter-Bohnenkraut: Würziger Halbstrauch mit pfeffriger Schärfe für sonnige, magere Naturgärten

Knickt man eine der schmalen, ledrigen Nadelblättchen zwischen den Fingern, schlägt einem sofort eine kräftige, pfeffrig-würzige Schärfe entgegen, die in der Nase regelrecht kribbelt. Genau diese geballte Würze macht das Winter-Bohnenkraut (Satureja montana) zum schärfsten unter den Bohnenkräutern. Über dem niedrigen, dicht verzweigten Polster aus dunkelgrünem, immergrünem Laub öffnen sich im Spätsommer unzählige kleine, weiße bis zartrosa Lippenblüten, umgeben von einem unermüdlichen Summen. Aus der Ferne wirkt die Pflanze wie ein festes, kompaktes Kissen, das sonnige Steinflächen mit Aroma und Leben überzieht.

Was zeichnet Satureja montana botanisch aus? Woher stammt das Winter-Bohnenkraut, und wie ehrlich lässt es sich im Naturgarten einordnen? Warum gilt es als wertvolles Bienenkraut, und worauf kommt es bei Standort, Pflege und Nutzung wirklich an? Diese Expertenbeschreibung zeigt die wichtigsten Merkmale des Winter-Bohnenkrauts, seine Herkunft, seine ökologische Bedeutung und seine beste Verwendung im Garten, in der Nutzzone und in der Küche. Dazu kommen klare Hinweise zu passenden Pflanzpartnern und zur standortgerechten Kultur.

Steckbrief: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Botanischer Name: Satureja montana
  • Deutscher Name: Winter-Bohnenkraut
  • Weitere Bezeichnung: Berg-Bohnenkraut, Winterbohnenkraut, Karstbohnenkraut, Pfefferkraut
  • Familie: Lippenblütler
  • Wuchshöhe: meist 15 bis 40 Zentimeter, je nach Standort und Schnitt
  • Wuchsbreite: etwa 20 bis 40 Zentimeter, kompakt buschig bis halbstrauchig
  • Wuchsform: niedrig, dicht verzweigt, an der Basis verholzend, polsterartig und immergrün
  • Blütezeit: meist von Juli bis Oktober, oft sehr ausdauernd
  • Blütenfarbe: weiß bis zartrosa, gelegentlich hellviolett getönt
  • Standort: vollsonnig
  • Boden: sehr durchlässig, mager, trocken, steinig bis kiesig, gern kalkhaltig
  • Winterhärte: gut, bei trockenem Stand zuverlässig winterhart und immergrün
  • Verwendung: Kräutergarten, Nutzzone, Steingarten, Trockenmauer, Beetkante, Kübel, Bienenweide, Küche, Heilkraut
  • Besonderheit: besonders stark aromatischer, immergrüner mediterraner Halbstrauch, das schärfste der Bohnenkräuter, spätblühend und damit ein wertvolles Bienen- und Hummelkraut

Botanischer Blick: Woran man das Winter-Bohnenkraut erkennt

Das Winter-Bohnenkraut ist ein ausdauernder, niedriger und immergrüner Halbstrauch mit dicht verzweigtem, polsterartigem Wuchs. An der Basis verholzt es deutlich, während die jüngeren Triebe krautig und weich bleiben. Aus diesem Aufbau ergibt sich seine kompakte, gedrungene Gestalt: Mit den Jahren bildet es feste, runde Polster, die sonnigen Beeten das ganze Jahr über Struktur geben. Die vierkantigen Stängel verraten schon auf den ersten Blick die Zugehörigkeit zu den Lippenblütlern.

Schon das Laub verrät seinen Charakter. Die Blätter sind schmal lanzettlich bis fast nadelförmig, ledrig, am Rand glatt und von dunkel- bis graugrüner Farbe, oft mit einem leichten Glanz. Sie stehen gegenständig an den Trieben und bleiben auch im Winter erhalten, was das Winter-Bohnenkraut deutlich von seinem einjährigen Verwandten, dem Sommer-Bohnenkraut, unterscheidet. Reibt man ein Blatt zwischen den Fingern, entströmt ihm sofort jener intensive, scharf-würzige Duft, der aus den ätherischen Ölen stammt, allen voran Carvacrol. Genau dieser hohe Ölgehalt macht es zum schärfsten der Bohnenkräuter.

Das eigentliche Glanzstück sind jedoch die Blüten. Sie sitzen in lockeren, einseitswendigen Scheinähren an den oberen Trieben und leuchten in zartem Weiß bis Rosa. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich der typische Aufbau jeder kleinen Lippenblüte: eine kleine Oberlippe und eine breitere, dreilappige Unterlippe, die anfliegenden Insekten als bequeme Landeplattform dient. Trotz ihrer geringen Größe verschmelzen die vielen Blüten zu einem hellen Schimmer über dem dunklen Polster, der im Spätsommer kaum zu übersehen ist.

Und warum diese dichte, niedrige Bauweise mit später Blüte? Hier steckt eine kluge Strategie dahinter. Der gedrungene, immergrüne Polsterwuchs schützt die Pflanze vor Wind und Austrocknung und hält die wärmespeichernde Bodennähe. Die schmalen, ledrigen Blätter mit ihren ätherischen Ölen wehren Fraß ab und verringern den Wasserverlust. Die späte, lange Blüte wiederum versorgt Bestäuber genau dann, wenn viele andere Kräuter bereits verblüht sind. So verbindet das Winter-Bohnenkraut Schönheit, Aroma und Funktion auf engstem Raum.

Herkunft und natürlicher Lebensraum: Ein Kind der südeuropäischen Karsthänge

Satureja montana stammt ursprünglich aus dem südlichen und südöstlichen Europa, mit deutlichem Schwerpunkt im Mittelmeerraum, am Balkan und in den Karstgebieten entlang der Adria. Dort wächst es an warmen, trockenen Hängen, auf steinigen Magerrasen, in Felsspalten und in der lichten, sonnenverbrannten Macchia. Sein natürlicher Lebensraum ist von intensiver Sonneneinstrahlung, schnell abtrocknenden, oft kalkhaltigen Böden und ausgeprägter sommerlicher Trockenheit geprägt.

Was sagt dieser Lebensraum über seinen Charakter? Sehr viel. Das Winter-Bohnenkraut ist ein ausgesprochener Sonnen- und Trockenheitskünstler. Sein niedriger, verholzender Polsterwuchs, das schmale, ledrige und immergrüne Laub und die intensiven ätherischen Öle sind klare Anpassungen an heiße, karge Standorte. Dort muss eine Pflanze mit gleißendem Licht, wenig Wasser und nährstoffarmem Untergrund auskommen. Genau das beherrscht das Winter-Bohnenkraut meisterhaft, und genau deshalb wird es auf feuchtem, üppigem Boden weich, anfällig und kurzlebig.

Hier ist eine ehrliche Einordnung wichtig. Das Winter-Bohnenkraut ist keine ursprünglich in Mitteleuropa heimische Wildpflanze. Es ist eine südeuropäisch-mediterrane Art, die seit der Antike als Würz- und Heilkraut kultiviert wird und über die Klostergärten des Mittelalters fest in unsere Gartentradition eingewachsen ist. Schon die Römer nutzten es als beliebtes Würzkraut, lange bevor der Pfeffer erschwinglich wurde. Gelegentlich verwildert es an warmen, mageren Stellen, doch es zählt nicht zur regionalen Wildflora und ersetzt keine heimischen Wildstauden.

Trotzdem fügt es sich gut in viele naturnahe Pflanzkonzepte ein. Seine Ansprüche an Sonne, Wärme und durchlässigen, mageren Boden ähneln jenen vieler heimischer Trockenstauden und mediterraner Kräuter. In einem Kräutergarten, an einer Trockenmauer oder in der Nutzzone wirkt es deshalb keineswegs fremd, sondern wie ein selbstverständlicher, würziger Bestandteil eines sonnigen, mineralischen Gartens.

Ökologische Bedeutung: Ein spätblühendes Bienenkraut von hohem Wert

Wer ein blühendes Winter-Bohnenkraut an einem warmen Spätsommertag beobachtet, erkennt schnell seinen ökologischen Wert. Über den hellen Blütenpolstern herrscht ein reges Treiben. Honigbienen, zahlreiche Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und kleine Schmetterlinge suchen die Blüten eifrig auf. Trotz ihrer geringen Größe bieten die vielen offenen Lippenblüten ein erstaunlich reiches und leicht zugängliches Nektarangebot.

Warum funktioniert das so gut? Der Schlüssel liegt in der Kombination aus Blütenform, Blütenmenge und reichem Nektar. Die kleinen, offenen Lippenblüten geben ihren Nektar gut zugänglich frei, sodass sowohl kurz- als auch mittellange Rüssel an die Nahrung gelangen. Gleichzeitig stehen unzählige Blüten dicht beieinander, was jeden Besuch besonders ergiebig macht. Die breite Unterlippe dient als ideale Landeplattform, auf der Bestäuber in Ruhe sammeln können.

Entscheidend ist jedoch vor allem der Zeitpunkt. Das Winter-Bohnenkraut blüht von Juli bis in den Oktober hinein, und genau diese späte, lange Blütezeit macht seinen besonderen ökologischen Wert aus. Im Spätsommer und Frühherbst, wenn viele Kräuter und Stauden längst verblüht sind, schließt es eine kritische Versorgungslücke. Gerade Hummelvölker und Wildbienen, die spät im Jahr noch Nachwuchs versorgen, profitieren von dieser verlässlichen Nahrungsquelle erheblich.

Hier lohnt dennoch eine ehrliche Abwägung. Als mediterranes Kulturkraut besitzt das Winter-Bohnenkraut nicht dieselbe ökologische Tiefe wie heimische Wildstauden, die fest in regionale Nahrungsnetze eingebunden sind und spezialisierten Wildbienen oder Schmetterlingsraupen als Futterpflanze dienen. Sein Wert liegt eher in der Ergänzung als im Ersatz heimischer Arten. Doch als spätblühender, ergiebiger Nektarspender ist es alles andere als wertlos. Lässt man zudem die verholzten Polster über den Winter stehen, bieten sie überwinternden Insekten Unterschlupf, und die immergrüne Struktur gibt dem winterlichen Beet Halt.

Gartenwert und Wirkung: Immergrünes Polster mit später Blütenfülle

Manche Kräuter überzeugen durch ihr Laub, andere durch ihre Blüten. Das Winter-Bohnenkraut bietet beides, und das über das ganze Jahr. Seine niedrigen, dunkelgrünen und immergrünen Polster bringen eine ruhige, mediterrane Gelassenheit ins Beet, die auch im Winter nicht verschwindet. Zwischen hellem Kies, grauem Fels oder auf einer sonnigen Mauerkrone wirkt es wie ein festes, lebendiges Kissen, das karge Flächen mit Struktur und Aroma überzieht.

Gerade diese kompakte, polsterartige Wirkung ist gestalterisch wertvoll. Das dunkle, glänzende Laub harmoniert mit nahezu jeder Blütenfarbe und behält auch in der kalten Jahreszeit seine Form. Im Spätsommer verwandelt sich das ruhige Polster für viele Wochen in einen hellen, von Insekten umschwärmten Blütenflor. Vor dunklem Stein, zwischen sukkulenten Rosetten oder an einer warmen Beetkante entfaltet das Winter-Bohnenkraut seine ganze, dezente Schönheit. Durch seinen dichten, schnittverträglichen Wuchs eignet es sich zudem hervorragend für niedrige, duftende Einfassungen.

Vielleicht liegt darin sein besonderer Reiz. Das Winter-Bohnenkraut ist eine Pflanze für jene, die mit allen Sinnen gärtnern. Wer es an einen Weg, einen Sitzplatzrand oder zwischen Trittsteine setzt, wird bei jeder Berührung mit seinem scharf-würzigen Duft belohnt. So verbindet es dekorative Struktur, kulinarischen Nutzen und ein sinnliches Erlebnis, das über die ganze Saison trägt, und ist dabei erfreulich robust und langlebig.

Verwendung im Naturgarten und in der Nutzzone: Ein Kraut mit dreifachem Wert

Kräuter wie das Winter-Bohnenkraut finden ihren besten Platz vor allem in der Nutzzone, oft auch Ertragszone genannt. Das ist jener Bereich des Naturgartens, in dem eigenes Obst, Gemüse und Kräuter wachsen. Im durchdachten Drei-Zonen-Garten, wie ihn etwa das Hortus-Konzept beschreibt, bildet diese Ertragszone gemeinsam mit einer Pufferzone und einer wilden Hotspot-Zone ein stimmiges Ganzes. Das Winter-Bohnenkraut verbindet in dieser Nutzzone kulinarischen Ertrag, gestalterische Wirkung und einen guten ökologischen Wert auf ideale Weise.

Besonders gut eignet es sich für:

  • Kräuterbeete und Kräuterspiralen in der Nutzzone
  • sonnige, magere und durchlässige Beetränder
  • Steingärten, Trockenmauern und Mauerkronen
  • Fugen zwischen Trittsteinen und an warmen Plattenwegen
  • niedrige, duftende Einfassungen und kleine Beetkanten
  • naturnahe Bauern- und Klostergärten sowie gemischte Zier-Nutz-Pflanzungen
  • Kübel und größere Pflanzgefäße auf Terrasse und Balkon

Am schönsten wirkt das Winter-Bohnenkraut meist als zusammenhängender, kräftiger Polster oder locker wiederholt entlang einer Beetkante. Mehrere Pflanzen verstärken sowohl die Blütenwirkung als auch das Nahrungsangebot für Insekten. Praktischer Tipp aus der Erfahrung: Ein Saum aus Winter-Bohnenkraut entlang eines Bohnen- oder Gemüsebeets lockt zahlreiche Bestäuber an und passt zugleich kulinarisch perfekt zur Ernte, denn beim klassischen Bohnengericht gehört es einfach dazu.

Wichtig bleibt dabei eines: Das Winter-Bohnenkraut braucht Sonne und einen durchlässigen, eher mageren Boden. In zu schattigen, feuchten oder stark gedüngten Lagen wird es weich, mastig und deutlich aromaärmer und neigt zudem zum Verkahlen von innen. Wer es regelmäßig beerntet und zurückschneidet, hält es kompakt und vital, und genau dieser Schnitt ist zugleich die laufende Kräuterernte.

Küchen- und Heilkräuternutzung: Pfeffrige Würze mit langer Tradition

In der Küche ist das Winter-Bohnenkraut ein besonders kräftiges Würzkraut. Sein intensives, pfeffrig-scharfes Aroma ist deutlich schärfer als das des milderen Sommer-Bohnenkrauts, weshalb man es sparsamer dosiert. Klassisch würzt es Bohnengerichte aller Art, denn es macht Hülsenfrüchte nicht nur aromatischer, sondern traditionell auch bekömmlicher. Darüber hinaus passt es hervorragend zu Eintöpfen, deftigen Fleisch- und Wildgerichten, Kartoffeln, Pilzen und kräftigen Saucen. Anders als viele zarte Kräuter verträgt es das Mitkochen ausgezeichnet und gibt sein Aroma langsam und nachhaltig ab.

Ein praktischer Hinweis aus der Küchenpraxis: Das kräftigste Aroma steckt in den Trieben kurz vor und während der Blüte, wenn der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist. Da das Winter-Bohnenkraut immergrün ist, lässt es sich an milden Wintertagen sogar frisch ernten. Getrocknet behält es viel von seiner Würze, weshalb es sich gut für den Vorrat eignet. Geerntet wird am besten an einem trockenen, sonnigen Vormittag, und das regelmäßige Schneiden fördert zugleich einen dichten, buschigen Wuchs.

Als Heilkraut blickt das Winter-Bohnenkraut auf eine lange Tradition zurück. Seine ätherischen Öle, besonders das reichlich enthaltene Carvacrol, gelten als ausgesprochen antibakteriell und verdauungsfördernd. Traditionell wurde es bei Blähungen, Magen-Darm-Beschwerden und Appetitlosigkeit eingesetzt, oft als Tee oder Aufguss. Genau diese verdauungsfördernde Wirkung ist auch der Grund, warum es so gut zu schweren Hülsenfrüchten passt, hier verbindet sich kulinarischer Genuss mit handfestem Nutzen.

Und worauf sollte man achten? Wie bei allen kräftigen Heil- und Würzkräutern gilt: maßvoll genießen und im Zweifel fachkundigen Rat einholen. In der Schwangerschaft wird von einer Verwendung als Heilkraut abgeraten. Im Garten überwiegt ohnehin der einfache Genuss: ein paar Triebspitzen für den Bohneneintopf, ein Bündel zum Trocknen, und der Rest darf für die Bienen und Hummeln blühen.

Passende Pflanzpartner: Gute Begleiter für sonnige, magere Standorte

Die besten Pflanzpartner sind Kräuter und Wildstauden, die ähnliche Ansprüche an Sonne, Wärme und durchlässigen, mageren Boden mitbringen. In der Nutzzone lässt sich das Winter-Bohnenkraut wunderbar mit anderen mediterranen Würzkräutern und sonnenliebenden heimischen Wildstauden kombinieren, die seinen niedrigen, dunklen Charakter ergänzen und das Insektenangebot bereichern.

Sehr stimmig wirken zum Beispiel:

  • Thymian (Thymus vulgaris) für niedrige, duftende Bodendeckung und hohen Insektenwert
  • Oregano (Origanum vulgare) als hervorragendes Bienenkraut mit verwandten Ansprüchen
  • Ysop (Hyssopus officinalis) für leuchtend blauviolette Blütenkerzen und langen Bienenflor
  • Echter Salbei (Salvia officinalis) für kräftiges Laub und ähnliche, herb-würzige Akzente
  • Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) für schlanke, purpurrote Akzente aus heimischer Flora
  • Sand-Thymian (Thymus serpyllum) für duftende Teppiche an Mauerkanten und in Fugen
  • Schaf-Schwingel (Festuca ovina) für feine, grasige Ruhe und Bewegung

Solche Kombinationen leben vom Zusammenspiel der Aromen, Texturen und Blütenfarben. Das helle Weiß-Rosa des Winter-Bohnenkrauts verbindet sich besonders schön mit Blau, Violett und Silbergrau zu einem ruhigen, mediterranen Farbklang. Wer zusätzlich heimische Wildstauden bewusst einplant, etwa in der angrenzenden Hotspot-Zone, gewinnt echte ökologische Tiefe und schafft ein durchgehendes Nahrungsangebot vom Frühjahr bis in den Herbst.

Der richtige Standort: Was Satureja montana wirklich braucht

Der Standort entscheidet beim Winter-Bohnenkraut fast vollständig über Wuchs, Aroma und Lebensdauer. Volle Sonne ist der wichtigste Faktor. An hellen, heißen Plätzen bleibt es kompakt, dicht und entwickelt das kräftigste Aroma sowie die reichste Blüte. Halbschatten wird kaum vertragen und führt zu lockerem, weichem Wuchs, schwacher Blüte und größerer Anfälligkeit für Fäulnis. Je sonniger und wärmer der Platz, desto besser.

Der Boden muss vor allem eines sein: sehr gut durchlässig. Sandige, kiesige und steinige Substrate sind ideal, gern mit etwas Kalk. Mager genügt vollkommen, denn auf üppigem, nährstoffreichem Boden wird die Pflanze weich und verliert ihre Robustheit und ihr Aroma. Schwere, lehmige und vor allem dauerhaft feuchte Böden sind ungeeignet. Staunässe, besonders im Winter, ist mit Abstand der häufigste Grund für Ausfälle.

Was hilft, wenn der Gartenboden zu schwer ist? Dann lohnt sich eine gezielte Auflockerung mit reichlich Splitt, Sand oder feinem Kies, gegebenenfalls ergänzt durch etwas kalkhaltiges Material. Auch erhöhte Pflanzbereiche, Mauerkronen oder leicht geneigte Flächen sind günstig, weil das Wasser dort rasch abzieht. Eine zusätzliche Drainageschicht aus Kies unter dem Wurzelbereich erhöht die Überlebenschancen im Winter deutlich. So lässt sich der warme, magere Standort, den das Winter-Bohnenkraut aus seiner südeuropäischen Heimat kennt, im Garten gut nachbilden.

Woran erkennt man einen guten Platz? Das Winter-Bohnenkraut wächst dort kompakt und dicht, bildet feste, aromatische Polster und überzieht sich im Spätsommer reich mit hellen Blüten. Bleibt es lückig, fault es in der Mitte oder verliert das Laub an Duft, liegen die Ursachen meist bei zu viel Feuchtigkeit, zu wenig Licht oder einem zu schweren, zu nährstoffreichen Boden.

Pflegehinweise: Wenig Aufwand, aber das richtige Maß

Steht das Winter-Bohnenkraut am passenden Platz, gehört es zu den pflegeleichten und langlebigen Kräutern. Es braucht keine intensive Betreuung, sondern vor allem gute Drainage und einen regelmäßigen Schnitt, der zugleich die Ernte ist.

Staunässe konsequent vermeiden

Das ist der wichtigste Punkt überhaupt. Vor allem winterliche Nässe lässt die Wurzeln und den verholzenden Grund leicht faulen. Wer schwere Böden hat, sollte vor der Pflanzung unbedingt mit Splitt, Kies oder grobem Sand für besseren Wasserabzug sorgen. Einmal eingewurzelt, kommt das Winter-Bohnenkraut mit Trockenheit hervorragend zurecht.

Regelmäßig schneiden und in Form halten

Der wichtigste Pflegegriff zugleich ist der Schnitt. Ein kräftiger Rückschnitt im Frühjahr, bevor der neue Austrieb beginnt, hält die Polster kompakt, dicht und vital und beugt dem Verkahlen von innen vor. Wer regelmäßig Triebe für die Küche schneidet, fördert einen buschigen Wuchs. Wichtig dabei: nie tief ins alte Holz schneiden, denn aus dem stark verholzten Bereich treibt das Winter-Bohnenkraut nur schwer wieder aus.

Sparsam gießen und nicht düngen

Einmal eingewurzelt, braucht das Winter-Bohnenkraut kaum zusätzliches Wasser. Nur frisch gesetzte Exemplare sollten in den ersten Wochen nicht völlig austrocknen. Auf eine Düngung verzichtet man am besten ganz, denn zu viele Nährstoffe fördern weiches, mastiges Wachstum und mindern das Aroma. Das Winter-Bohnenkraut bevorzugt ausgesprochen schlanke Bedingungen und dankt sie mit kräftigem Duft.

Winterschutz durch Trockenheit

In rauen Lagen ist weniger der Frost als die Winternässe gefährlich. Eine Abdeckung mit einer Schicht Kies oder Splitt rund um die Pflanze hält den Wurzelbereich trocken und schützt zuverlässiger als jede Vlieshaube. Da das Laub immergrün ist, sollte die Pflanze auch im Winter an einem sonnigen, gut durchlüfteten Platz stehen. In sehr kalten, feuchten Regionen empfiehlt sich ein besonders geschützter, erhöhter Platz oder die Kultur im Kübel.

Vermehrung und Verjüngung

Vermehren lässt sich das Winter-Bohnenkraut unkompliziert über Aussaat, Stecklinge im Sommer oder Teilung im Frühjahr. Auch niederliegende Triebe bewurzeln sich gern von selbst und lassen sich abtrennen. Werden ältere Polster mit den Jahren stark verholzt und lückig, hilft eine Neupflanzung kräftiger Exemplare, um den Bestand vital, dicht und ergiebig zu halten.

Warum das Winter-Bohnenkraut besonders gut in lebendige Gärten passt

Viele Gärtnerinnen und Gärtner suchen Pflanzen, die mehrfachen Nutzen bieten: ein aromatisches Würzkraut, eine traditionsreiche Heilpflanze und zugleich eine wertvolle Bienenweide. Das Winter-Bohnenkraut vereint all das auf überzeugende Weise. Es liefert über die ganze Saison, dank seines immergrünen Laubs sogar im Winter, würziges Laub für Küche und Hausapotheke.

Winter-Bohnenkraut ( Satureja montana? Ja natürlich, Gartenbau & Floristik Klaus Hüskes, für Gärten die leben.

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