Muskatellersalbei (Salvia sclarea) – Pflanze (Produktfoto)
Muskatellersalbei (Salvia sclarea) – Pflanze (Produktfoto)

Muskatellersalbei Salvia sclarea

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🌸 Wildstauden für Ihre natürliche Blumenwiesen. 🌼 Sommer ist ihre Hauptblütezeit 🌸Duftende Bereicherung für Gärten 🐝 Ein Magnet für Insekten 🌍 Stammt aus europäischen Regionen ☀️ Liebt sonnige Standorte im Garten
  • Ideal für magere und trockene Böden
  • Essbare Blüten – ein Genuss für Augen und Gaumen.
  • Eine traditionelle Heilpflanze in der Volksmedizin.
  • Fördert seltene und heimische Wildbienen
  • Fördert Biodiversität und Artenvielfalt in Blumenwiesen und Beeten.
  • Blüht in voller Pracht während der Sommermonate.

Besonders für sonnige und trockene Plätze eignet sich der Muskatellersalbei. Wunderschöne dekorative, zweijährige Pflanze mit fantastischem Duft während der Blütenzeit.

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Muskateller-Salbei: Architektonische Blütenkerzen mit betörendem Duft für sonnige Gärten

Streift man an einem warmen Sommertag an einem kräftigen Horst vorbei, liegt ein schwerer, würzig-balsamischer Duft in der Luft, der zugleich an Moschus, Honig und feuchte Erde erinnert. Über großen, samtig behaarten Blättern erheben sich hohe, verzweigte Blütenkerzen, an denen unzählige zartlila bis rosaweiße Lippenblüten von auffällig getönten Hochblättern umrahmt werden. Der Muskateller-Salbei (Salvia sclarea) gehört zu jenen Pflanzen, die mit ihrer schieren Präsenz und ihrem unverwechselbaren Aroma einen Garten prägen. Was als bescheidene Blattrosette beginnt, türmt sich im zweiten Jahr zu einem regelrechten Blütenturm auf, umschwirrt von Hummeln und Bienen.

Was zeichnet Salvia sclarea botanisch aus? Woher stammt der Muskateller-Salbei, und wie ehrlich lässt er sich im Naturgarten einordnen? Warum gilt er als kräftiger Anziehungspunkt für Hummeln und Wildbienen, und worauf kommt es bei Standort, Pflege und Nutzung wirklich an? Diese Expertenbeschreibung zeigt die wichtigsten Merkmale des Muskateller-Salbeis, seine Herkunft, seine ökologische Bedeutung und seine beste Verwendung im Garten, in der Nutzzone und in der Küche. Dazu kommen klare Hinweise zu passenden Pflanzpartnern und zur standortgerechten Kultur.

Steckbrief: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Botanischer Name: Salvia sclarea
  • Deutscher Name: Muskateller-Salbei
  • Weitere Bezeichnung: Muskatellersalbei, Römischer Salbei, Scharlachkraut, Schmerwurz
  • Familie: Lippenblütler
  • Wuchshöhe: meist 80 bis 120 Zentimeter, im Blütenstand auch darüber
  • Wuchsbreite: etwa 50 bis 80 Zentimeter, kräftig horstig
  • Wuchsform: aufrecht, mit großer grundständiger Blattrosette und hohen, verzweigten Blütenstängeln
  • Lebensdauer: zwei- bis kurzlebig mehrjährig, oft als Zweijährige kultiviert
  • Blütezeit: meist von Juni bis August, oft ausdauernd
  • Blütenfarbe: zartlila, rosaweiß bis cremefarben, mit auffällig rosa bis violett getönten Hochblättern
  • Standort: vollsonnig
  • Boden: durchlässig, mager bis mäßig nährstoffreich, trocken bis frisch, gern kalkhaltig
  • Verwendung: Kräutergarten, Nutzzone, Steingarten, Beetrand, Duftpflanze, Bienenweide, Küche, Heilkraut
  • Besonderheit: stark aromatischer, architektonisch wirkender Lippenblütler mit hohem Wert für Hummeln und Wildbienen, traditionsreiche Duft- und Heilpflanze

Botanischer Blick: Woran man den Muskateller-Salbei erkennt

Der Muskateller-Salbei ist ein kräftiger, meist zweijähriger bis kurzlebig ausdauernder Lippenblütler. Im ersten Jahr bildet er eine große, bodennahe Blattrosette, im zweiten Jahr treibt er die hohen, vierkantigen und verzweigten Blütenstängel aus, ein klares Erkennungszeichen seiner Familie. So entsteht ein imposanter, aufrechter Wuchs, der jeder Pflanzung Höhe und eine markante Struktur verleiht.

Schon das Laub verrät seinen Charakter. Die Blätter sind groß, herzförmig bis eiförmig, am Rand fein gekerbt und auffällig runzelig genetzt. Eine dichte, weiche Behaarung gibt ihnen eine samtig-graugrüne, fast filzige Oberfläche, die das Licht weich streut. Reibt man ein Blatt zwischen den Fingern, entströmt ihm jener schwere, würzig-süßliche Duft, der dem Muskateller-Salbei seinen Namen eingebracht hat. Dieses Aroma stammt aus den reichlich vorhandenen ätherischen Ölen und macht die Pflanze schon vor der Blüte unverwechselbar.

Das eigentliche Glanzstück sind jedoch die Blütenstände. In großen, lockeren Scheinquirlen reihen sich zahlreiche Lippenblüten an den verzweigten Stängeln auf. Die einzelnen Blüten sind zartlila bis rosaweiß, doch ihren besonderen Reiz verdankt die Pflanze den großen, oft rosa bis violett überhauchten Hochblättern, die jede Blütengruppe wie ein farbiges Schaupapier umrahmen. So entsteht aus der Ferne ein zart schimmerndes, mehrfarbiges Blütengebirge, das weit über das Laub hinausragt.

Und warum diese auffälligen Hochblätter? Hier steckt eine kluge Strategie dahinter. Die eigentlichen Blüten sind vergleichsweise klein, doch die farbigen Hochblätter verstärken die Schauwirkung enorm und locken so aus der Ferne Bestäuber an. Zugleich bietet die typische Lippenform mit ihrer breiten Unterlippe großen Insekten wie Hummeln eine bequeme Landeplattform. Schönheit und ökologische Funktion gehen hier eine sehr enge Verbindung ein.

Herkunft und natürlicher Lebensraum: Eine Pflanze warmer Mittelmeerhänge

Salvia sclarea stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, dem Vorderen Orient und Teilen Zentralasiens. Dort wächst er an warmen, trockenen Hängen, auf steinigen Magerstandorten, an Wegrändern und in lichten, sonnenverbrannten Buschlandschaften. Sein natürlicher Lebensraum ist von intensiver Sonne, durchlässigen, oft kalkhaltigen Böden und sommerlicher Trockenheit geprägt.

Was sagt dieser Lebensraum über seinen Charakter? Sehr viel. Der Muskateller-Salbei ist ein ausgesprochener Sonnen- und Wärmekünstler. Seine kräftige Blattrosette mit der filzigen Behaarung, der hohe Wasserspeicher in den fleischigen Stängeln und der intensive ätherische Duft sind klare Anpassungen an heiße, karge Standorte. Dort muss eine Pflanze mit gleißendem Licht, schnell abtrocknendem Boden und wenig Nährstoffen zurechtkommen. Genau das beherrscht der Muskateller-Salbei meisterhaft, und genau deshalb wird er auf feuchtem, üppigem Boden schwach und anfällig.

Hier ist eine ehrliche Einordnung wichtig. Der Muskateller-Salbei ist keine ursprünglich in Mitteleuropa heimische Wildpflanze. Er ist eine mediterran-vorderasiatische Art, die seit der Antike als Würz-, Duft- und Heilkraut kultiviert wird und über die Klostergärten des Mittelalters fest in unsere Gartentradition eingewachsen ist. Gelegentlich verwildert er an warmen, mageren Stellen, doch er gehört nicht zur regionalen Wildflora und ersetzt keine heimischen Wildstauden.

Trotzdem fügt er sich gut in viele naturnahe Pflanzkonzepte ein. Seine Ansprüche an Sonne, Wärme und durchlässigen, mageren Boden ähneln jenen vieler heimischer Trockenstauden und mediterraner Kräuter. In einem Kräutergarten, an einer sonnigen Trockenmauer oder in der Nutzzone wirkt er deshalb keineswegs fremd, sondern wie ein selbstverständlicher, kraftvoller und duftender Bestandteil eines warmen, mineralischen Gartens.

Ökologische Bedeutung: Ein kraftvoller Magnet für Hummeln und Wildbienen

Wer einen blühenden Muskateller-Salbei an einem warmen Sommertag beobachtet, erlebt ein lebhaftes Schauspiel. Über den hohen Blütenkerzen herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Vor allem Hummeln drängen sich auf den Lippenblüten, daneben sammeln Wildbienen, Honigbienen und gelegentlich Schmetterlinge an den reichlich vorhandenen Blüten. Die kräftige Pflanze wird so zu einem belebten Treffpunkt im sommerlichen Garten.

Warum funktioniert das so gut? Der Schlüssel liegt in der Blütenform und im reichen Nektarangebot. Die typische Lippenblüte mit ihrer breiten Unterlippe bietet großen, kräftigen Insekten eine ideale Landeplattform, und der Nektar liegt geschützt im Inneren der Blütenröhre. Genau das spricht besonders Hummeln und langrüsselige Wildbienen an, die mühelos an die Nahrung gelangen. Viele Salbei-Arten besitzen zudem einen raffinierten Bestäubungsmechanismus, bei dem die Staubblätter den Besucher beim Eintauchen gezielt mit Pollen bestäuben.

Entscheidend ist außerdem die lange Blütezeit. Von Juni bis in den August hinein öffnen sich entlang der verzweigten Stängel immer wieder neue Blüten. Diese Ausdauer ist im Insektenkalender besonders wertvoll, denn sie liefert Nahrung mitten im Hochsommer, wenn das Angebot in manchen Gärten bereits nachlässt. Eine Pflanze, die so verlässlich und über Wochen blüht, schließt wichtige Versorgungslücken für Bestäuber.

Hier lohnt dennoch eine ehrliche Abwägung. Als mediterranes Kulturkraut besitzt der Muskateller-Salbei nicht dieselbe ökologische Tiefe wie heimische Wildstauden, die fest in regionale Nahrungsnetze eingebunden sind und etwa spezialisierten Wildbienen oder Schmetterlingsraupen als Futterpflanze dienen. Sein Wert liegt eher in der Ergänzung als im Ersatz heimischer Arten. Doch als ergiebiger Nektar- und Pollenspender für Hummeln und Bienen ist er alles andere als wertlos. Lässt man zudem die Samenstände stehen, finden kleine Vögel Nahrung, und der Salbei sät sich gern selbst aus.

Pflanzencharakter und Gartenwirkung: Architektonische Wucht mit sinnlichem Reiz

Manche Stauden überzeugen durch zarte Leichtigkeit, andere durch kraftvolle Präsenz. Der Muskateller-Salbei gehört eindeutig zur zweiten Gruppe. Mit seiner großen, samtigen Blattrosette und den hohen, verzweigten Blütenkerzen bringt er eine architektonische Wucht ins Beet, die kaum eine andere Sommerstaude erreicht. Schon ein einzelnes Exemplar wirkt wie ein eindrucksvoller Solitär und gibt der Pflanzung Höhe, Struktur und Rhythmus.

Gerade diese Kombination aus Form, Farbe und Duft ist gestalterisch wertvoll. Das zarte Spiel aus lila, rosa und cremeweißen Blüten mit den farbigen Hochblättern wirkt aus der Ferne wie ein duftiger Schleier und harmoniert besonders schön mit silbrigem Laub und kräftigen Blautönen. Das graugrüne, samtige Blattwerk bleibt auch außerhalb der Blüte ein ruhiger, attraktiver Blickfang. Vor dunklem Gehölz oder zwischen feinen Gräsern entfaltet der Muskateller-Salbei seine ganze Wirkung.

Vielleicht liegt darin sein besonderer Reiz. Der Muskateller-Salbei ist eine Pflanze für jene, die mit allen Sinnen gärtnern. Wer ihn an einen Weg, einen Sitzplatzrand oder die Beetkante setzt, wird beim Vorbeigehen mit seinem schweren, unverwechselbaren Duft und beim Hinschauen mit einem lebendigen Hummeltreiben belohnt. So verbindet er gestalterische Schönheit, sinnliches Erlebnis und ökologischen Wert zu einem stimmigen Ganzen.

Verwendung im Naturgarten und in der Nutzzone: Ein Duftkraut mit Tradition

Kräuter wie der Muskateller-Salbei finden ihren besten Platz vor allem in der Nutzzone, oft auch Ertragszone genannt. Das ist jener Bereich des Naturgartens, in dem eigenes Obst, Gemüse und Kräuter wachsen. Im durchdachten Drei-Zonen-Garten, wie ihn etwa das Hortus-Konzept beschreibt, bildet diese Ertragszone gemeinsam mit einer Pufferzone und einer wilden Hotspot-Zone ein stimmiges Ganzes. Der Muskateller-Salbei verbindet in dieser Nutzzone aromatischen Nutzen, gestalterische Wirkung und einen guten ökologischen Wert auf ideale Weise.

Besonders gut eignet er sich für:

  • Kräuterbeete und Kräuterspiralen in der Nutzzone
  • sonnige, magere und durchlässige Beetränder
  • Steingärten, Trockenmauern und warme Mauerfüße
  • naturnahe Bauerngärten und gemischte Zier-Nutz-Pflanzungen
  • Duft- und Tastgärten zum Anfassen und Riechen
  • bienen- und hummelfreundliche Pflanzungen mit langer Blütezeit
  • Pflanzungen nahe Sitzplätzen und Wegen, wo der Duft erlebbar wird

Am eindrucksvollsten wirkt der Muskateller-Salbei meist als einzelner, kräftiger Solitär oder locker wiederholt am Beetrand. Da er viel Raum beansprucht und hohe Blütenstände bildet, gibt man ihm am besten von Anfang an genügend Platz. Praktischer Tipp aus der Erfahrung: Wer ihn an einen viel begangenen Weg setzt, weckt bei jedem Vorbeistreifen sein intensives Aroma und genießt zugleich das rege Insektentreiben über den Blüten.

Wichtig bleibt dabei eines: Der Muskateller-Salbei braucht Sonne und einen durchlässigen Boden. In zu schattigen, feuchten oder schweren Lagen bleibt er schwach und neigt zur Fäulnis. Wer ihm einen warmen, mageren Platz gibt und die Selbstaussaat zulässt, sichert sich über die Jahre einen verlässlichen Bestand dieser kurzlebigen Pflanze.

Küchen- und Heilkräuternutzung: Aroma mit Bedacht einsetzen

In der Küche ist der Muskateller-Salbei ein Kraut für besondere, sparsam gesetzte Akzente. Sein intensives, muskatellerartig-würziges Aroma ist kräftig und zugleich etwas eigenwillig. Junge Blätter lassen sich, behutsam dosiert, für aromatische Speisen, Omeletts oder Teigwaren verwenden. Bekannt ist er vor allem aus der Getränkeherstellung: Traditionell würzte man mit ihm Wein und Kräuteransätze, woraus sich auch seine alten Namen ableiten.

Ein praktischer Hinweis aus der Küchenpraxis: Wegen seines kräftigen, harzigen Aromas sollte der Muskateller-Salbei stets dezent eingesetzt werden. Junge, frische Blätter sind milder als ältere. Am intensivsten ist das Aroma kurz vor der Blüte, wenn der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist. Sein eigentlicher Ruhm liegt jedoch in der Duftindustrie: Das aus den Blüten und Blättern gewonnene Muskatellersalbeiöl (Sclareol) ist ein geschätzter, langlebiger Duftstoff in der Parfümerie.

Als Heilkraut blickt der Muskateller-Salbei auf eine lange Tradition zurück. Schon in den Klostergärten wurde er geschätzt, traditionell unter anderem zur Beruhigung, bei Verdauungsbeschwerden und zur Hautpflege. Sein ätherisches Öl gilt als entspannend und ausgleichend. Diese überlieferten Anwendungen machen ihn zu einem klassischen Bestandteil vieler Heil- und Duftkräutergärten.

Und worauf sollte man achten? Wie bei allen kräftigen Heil- und Würzkräutern gilt: maßvoll genießen und im Zweifel fachkundigen Rat einholen. In der Schwangerschaft wird von einer Verwendung als Heilkraut abgeraten. Im Garten überwiegt ohnehin der einfache Genuss: ein paar Blätter zum Riechen, der Rest darf für Hummeln und Bienen blühen.

Passende Pflanzpartner: Gute Begleiter für sonnige, magere Standorte

Die besten Pflanzpartner sind Kräuter und Stauden, die ähnliche Ansprüche an Sonne, Wärme und durchlässigen, mageren Boden mitbringen. In der Nutzzone lässt sich der Muskateller-Salbei wunderbar mit anderen mediterranen Würzkräutern und sonnenliebenden heimischen Wildstauden kombinieren, die seinen silbrig-grünen Charakter ergänzen und das Insektenangebot bereichern.

Sehr stimmig wirken zum Beispiel:

  • Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) für blauviolette Farbakzente und einen langen Bienenflor
  • Oregano (Origanum vulgare) als hervorragendes Bienenkraut mit verwandten Ansprüchen
  • Thymian (Thymus vulgaris) für niedrige, duftende Bodendeckung und hohen Insektenwert
  • Echter Salbei (Salvia officinalis) als aromatischer Verwandter mit blauvioletten Blüten
  • Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) für schlanke, purpurrote Akzente aus heimischer Flora
  • Königskerze (Verbascum) für ergänzende vertikale Struktur und gelbe Blütenkerzen
  • Schaf-Schwingel (Festuca ovina) für feine, grasige Ruhe und Bewegung

Solche Kombinationen leben vom Zusammenspiel der Aromen, Texturen und Blütenfarben. Das zarte Lila-Rosa des Muskateller-Salbeis verbindet sich besonders schön mit Blau, Violett und Silbergrau zu einem ruhigen, mediterranen Farbklang. Wer zusätzlich heimische Wildstauden bewusst einplant, etwa in der angrenzenden Hotspot-Zone, gewinnt echte ökologische Tiefe und schafft ein durchgehendes Nahrungsangebot vom Frühjahr bis in den Herbst.

Der richtige Standort: Was Salvia sclarea wirklich braucht

Der Standort entscheidet beim Muskateller-Salbei stark über Wuchs, Aroma und Lebensdauer. Volle Sonne ist der wichtigste Faktor. An hellen, heißen Plätzen entwickelt er die kräftigsten Blattrosetten, die höchsten Blütenstände und das intensivste Aroma. Halbschatten wird kaum vertragen und führt zu schwachem, lockerem Wuchs und größerer Anfälligkeit für Fäulnis. Je sonniger und wärmer der Platz, desto besser.

Beim Boden ist der Muskateller-Salbei erfreulich genügsam, solange eines stimmt: gute Durchlässigkeit. Er liebt durchlässige, magere bis mäßig nährstoffreiche Substrate, gern mit etwas Kalk. Trockene bis frische Böden sagen ihm zu. Schwere, verdichtete und vor allem dauerhaft nasse Böden sind problematisch, denn Staunässe, besonders im Winter, ist mit Abstand der häufigste Grund für Ausfälle. Zu viele Nährstoffe fördern weiches Wachstum und mindern das Aroma.

Was hilft, wenn der Gartenboden zu schwer ist? Dann lohnt sich eine gezielte Auflockerung mit reichlich Splitt, Sand oder feinem Kies, gegebenenfalls ergänzt durch etwas kalkhaltiges Material. Auch erhöhte Pflanzbereiche, Mauerfüße oder leicht geneigte Flächen sind günstig, weil das Wasser dort rasch abzieht. So lässt sich der warme, durchlässige Standort, den der Muskateller-Salbei aus seiner mediterranen Heimat kennt, im Garten gut nachbilden.

Woran erkennt man einen guten Platz? Der Muskateller-Salbei bildet dort kräftige, große Rosetten, treibt im zweiten Jahr hohe, stabile Blütenstände und duftet intensiv. Bleibt er schwach, faulen die Rosetten oder kippt er bei Regen leicht um, stimmt meist das Zusammenspiel aus Licht, Bodenstruktur und Winterfeuchte nicht.

Pflegehinweise: Wenig Aufwand, aber der richtige Umgang mit einer kurzlebigen Pflanze

Steht der Muskateller-Salbei am passenden Platz, ist er erfreulich pflegeleicht. Er braucht keine intensive Betreuung, sondern vor allem gute Drainage und etwas Verständnis für seinen zweijährigen bis kurzlebigen Rhythmus.

Staunässe konsequent vermeiden

Das ist der wichtigste Punkt. Vor allem winterliche Nässe lässt die Rosetten und Wurzeln leicht faulen. Wer schwere Böden hat, sollte vor der Pflanzung unbedingt mit Splitt, Kies oder grobem Sand für besseren Wasserabzug sorgen. Einmal eingewurzelt, kommt der Muskateller-Salbei mit Trockenheit hervorragend zurecht.

Sparsam gießen und düngen

Einmal etabliert, braucht der Muskateller-Salbei kaum zusätzliches Wasser. Auch beim Düngen ist Zurückhaltung gefragt: Zu viele Nährstoffe fördern weiches Wachstum und mindern das Aroma. Eine maßvolle Gabe Kompost im Frühjahr genügt vollkommen, oft ist gar keine Düngung nötig.

Selbstaussaat für dauerhaften Bestand nutzen

Hier liegt der Schlüssel zum langfristigen Erfolg. Da der Muskateller-Salbei oft nur zwei Jahre lebt, sichert man seinen Fortbestand am besten über die Selbstaussaat. Lässt man einen Teil der Blütenstände ausreifen, sät er sich an passenden Stellen zuverlässig selbst aus. Junge Sämlinge lassen sich leicht erkennen und bei Bedarf umsetzen. Wer die Aussaat begrenzen möchte, schneidet einen Teil der Stängel vor der Samenreife zurück.

Verblühtes steuern

Wer ein üppiges Insektenangebot und Selbstaussaat schätzt, lässt die Blütenstände lange stehen. Ein gezielter Rückschnitt einzelner verblühter Stängel kann gelegentlich eine schwächere Nachblüte anregen und hält die Pflanze ordentlich. Im Naturgarten darf jedoch ruhig ein Teil der Samenstände für Vögel und für die Selbstaussaat verbleiben.

Winter und Verjüngung

In rauen Lagen ist weniger der Frost als die Winternässe gefährlich. Eine Kiesschicht rund um die Rosette hält den Stand trocken und schützt zuverlässiger als jede Abdeckung. Da die Pflanze ohnehin kurzlebig ist, ersetzt man verbrauchte Exemplare am besten durch kräftigen Nachwuchs aus der Selbstaussaat.

Warum der Muskateller-Salbei auch im naturnahen Garten seinen Platz hat

Viele Gärtnerinnen und Gärtner suchen Pflanzen, die mehrfachen Nutzen bieten: ein aromatisches Duftkraut, eine traditionsreiche Heilpflanze und zugleich eine kraftvolle, dekorative Struktur. Der Muskateller-Salbei vereint all das auf überzeugende Weise. Er liefert intensiv duftendes Laub und Blüten für Garten und Hausgebrauch und setzt mit seinen hohen Blütenkerzen einen unübersehbaren architektonischen Akzent.

Zugleich erfordert sein Einsatz eine ehrliche Haltung. Er ist keine ursprünglich heimische Wildpflanze, sondern ein mediterran-vorderasiatisches Kulturkraut mit langer Gartentradition. Seine ökologische Tiefe reicht nicht an die heimischer Wildstauden heran, doch als ergiebiger Nektar- und Pollenspender für Hummeln und Wildbienen ist er ein wertvoller Baustein. Er ersetzt damit keine heimischen Arten, kann aber im Zusammenspiel mit regionalen Wildstauden eine sinnvolle, kraftvolle Ergänzung sein.

Vielleicht liegt darin der richtige Umgang mit ihm. Wer ihn bewusst in der Nutzzone einsetzt, seinen Duft und seine Wirkung genießt und ihn mit nektarreichen heimischen Arten kombiniert, gewinnt eine robuste, vielseitige und insektenfreundliche Pflanze. So verbinden sich kulinarische Freude, alte Kräuterweisheit und ökologisches Bewusstsein zu einem stimmigen Ganzen.

Fazit: Aromatische Blütenkerze mit Mehrfachnutzen für Garten, Duft und Insekten

Der Muskateller-Salbei ist ein kräftiger, meist zweijähriger Lippenblütler für vollsonnige, durchlässige und gern kalkhaltige Standorte. Mit seinem großen, samtigen Laub, dem unverwechselbaren würzig-süßlichen Duft und seinen hohen, zartlila bis rosaweißen Blütenkerzen von Juni bis August verbindet Salvia sclarea gestalterische Wucht, traditionelle Duft- und Heilkraft und einen hohen ökologischen Wert.

Muskatellersalbei Salvia sclarea.Ja natürlich, Gartenbau & Floristik Klaus Hüskes, für Gärten die leben.

Standort / Pflanzplatz
Blumenwiese
Sonnig
trocken/ nährstoffarm
Blütezeit
Sommer (Juni bis August)
Nutzung durch den Menschen
Duftpflanze
Essbare Blüten
Heilpflanze
Ökologischer Nutzen
Insektenfreundlich
Wildbienenfreundlich
allgemein
Heimat Europa
Pflanzenpass /Plant Passport DE-NW-1103932
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