Eberraute (Artemisia abrotanum) mit fein gefiedertem, silbrig-grünem Laub und aromatischem Cola-Duft.
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Eberraute (Artemisia abrotanum) mit fein gefiedertem, silbrig-grünem Laub und aromatischem Cola-Duft.

Eberraute Colakraut, Artemisia abrotanum

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Eberraute: Aromatisches Würzkraut mit zartem Laub für sonnige Naturgärten

Reibt man die fein gefiederten Blättchen zwischen den Fingern, entströmt ihnen ein überraschend süßlicher Duft, der unweigerlich an Cola erinnert. Genau dieses ungewöhnliche Aroma hat der Eberraute (Artemisia abrotanum) ihren zweiten Namen Colakraut eingebracht. Über dem dichten, silbrig-grünen Laub erhebt sich ein lockerer, halbstrauchiger Busch, dessen feine Triebe leicht im Wind schwingen. Aus der Ferne wirkt die Pflanze fast wie ein zartes, grünes Federpolster, das jeder Pflanzung Leichtigkeit und Struktur verleiht.

Was zeichnet Artemisia abrotanum botanisch aus? Woher stammt sie, und wie ehrlich lässt sie sich im Naturgarten einordnen? Welchen Wert hat sie für Insekten, und worauf kommt es bei Standort, Pflege und Nutzung wirklich an? Diese Expertenbeschreibung zeigt die wichtigsten Merkmale der Eberraute, ihre Herkunft, ihre ökologische Einordnung und ihre beste Verwendung im Garten, in der Nutzzone und in der Küche. Dazu kommen klare Hinweise zu passenden Pflanzpartnern und zur standortgerechten Kultur.

Steckbrief: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Botanischer Name: Artemisia abrotanum
  • Deutscher Name: Eberraute
  • Weitere Bezeichnung: Colakraut, Stabwurz, Zitronenkraut, Eberreis
  • Familie: Korbblütler
  • Wuchshöhe: meist 60 bis 120 Zentimeter, je nach Standort und Schnitt
  • Wuchsbreite: etwa 40 bis 60 Zentimeter, halbstrauchig und buschig
  • Wuchsform: aufrecht, dicht verzweigt, an der Basis verholzend
  • Blütezeit: meist von August bis Oktober, oft nur spärlich
  • Blütenfarbe: unscheinbar gelblich, in kleinen Körbchen
  • Standort: vollsonnig bis sonnig
  • Boden: durchlässig, mäßig nährstoffreich, trocken bis frisch, gern kalkhaltig
  • Verwendung: Kräutergarten, Nutzzone, Beetrand, Duftpflanze, Küche, Heilkraut
  • Besonderheit: stark aromatischer Halbstrauch mit cola-artigem Duft, traditionsreiche Würz- und Heilpflanze, robust und pflegeleicht

Botanischer Blick: Woran man die Eberraute erkennt

Die Eberraute ist ein ausdauernder, halbstrauchiger Korbblütler mit aufrechtem, dicht verzweigtem Wuchs. An der Basis verholzt sie deutlich, während die jüngeren Triebe krautig und weich bleiben. Aus diesem Aufbau ergibt sich ihre Stabilität: Sie bildet einen kräftigen, buschigen Horst, der dem Beet das ganze Jahr über Struktur gibt und mit den Jahren breiter und dichter wird.

Schon das Laub verrät ihren besonderen Charakter. Die Blätter sind fein und mehrfach gefiedert, fast fadenförmig schmal geteilt und von frisch- bis graugrüner Farbe. Diese zarte, federartige Belaubung verleiht der ganzen Pflanze eine luftige, fast schwebende Wirkung. Streift man die Triebe, steigt sofort jener unverwechselbare, süßlich-würzige Duft auf, der an Cola erinnert und aus den ätherischen Ölen der Pflanze stammt. Genau dieses Aroma macht die Eberraute schon vor jeder Blüte unverkennbar.

Die Blüten dagegen sind eine echte Nebensache. Als typischer Korbblütler trägt die Eberraute viele winzige Blütenkörbchen, die sich in lockeren, rispigen Ständen am oberen Ende der Triebe sammeln. Sie sind unscheinbar gelblich und klein, kaum größer als ein Stecknadelkopf. In unseren Breiten kommt die Pflanze zudem oft gar nicht oder nur spärlich zur Blüte, da ihr für die volle Entfaltung häufig die nötige Sommerwärme fehlt.

Und warum investiert die Eberraute so wenig in auffällige Blüten? Hier zeigt sich eine klare Strategie. Ihre Stärke liegt nicht im optischen Reiz, sondern im Laub. Die intensiven ätherischen Öle schützen die Pflanze vor Fraß und Krankheiten und machen sie zugleich zu einem wertvollen Würz- und Duftkraut. Schönheit im klassischen Sinn spielt hier kaum eine Rolle, der aromatische Nutzen umso mehr.

Herkunft und natürlicher Lebensraum: Eine Pflanze des Südens mit langer Kulturgeschichte

Artemisia abrotanum stammt ursprünglich aus dem südöstlichen Europa und aus Vorderasien, also aus dem warmen, kontinental geprägten Raum rund um das östliche Mittelmeer. Ihre genaue ursprüngliche Wildheimat ist heute schwer zu fassen, denn die Pflanze wird seit der Antike kultiviert und hat sich über die Jahrhunderte weit verbreitet. Sicher ist: Sie ist an warme, sonnige und durchlässige Standorte angepasst.

Was sagt das über ihren Charakter? Sehr viel. Die Eberraute ist eine ausgesprochene Wärme- und Sonnenliebhaberin. Ihr halbstrauchiger Aufbau, die verholzende Basis und das feine, leicht graugrüne Laub sind klare Anpassungen an warme, eher trockene Lagen. Sie verträgt Trockenheit gut und kommt mit mageren bis mäßig nährstoffreichen Böden bestens zurecht. Staunässe und schwere, kalte Böden dagegen liegen ihr deutlich weniger.

Hier ist eine ehrliche Einordnung wichtig. Die Eberraute ist keine ursprünglich in Mitteleuropa heimische Wildpflanze. Sie ist eine südeuropäisch-vorderasiatische Art, die seit der Antike als Würz-, Duft- und Heilkraut angebaut wird. Über die Klostergärten des Mittelalters gelangte sie in den Norden und gehört seither fest zum Bestand alter Bauern- und Kräutergärten. Sie ist also keine regionale Wildart, sondern ein traditionsreiches Kulturkraut mit langer Gartengeschichte.

Trotzdem fügt sie sich gut in viele naturnahe Pflanzkonzepte ein. Ihre Ansprüche an Sonne, Wärme und durchlässigen Boden ähneln jenen vieler heimischer Trockenstauden und mediterraner Kräuter. In einem Kräutergarten, an einem sonnigen Beetrand oder in der Nutzzone wirkt sie deshalb keineswegs fremd, sondern wie ein selbstverständlicher, duftender Bestandteil eines vielfältigen Gartens.

Ökologische Bedeutung: Was bietet die Eberraute Insekten?

Beim Wert für Insekten lohnt sich ein ehrlicher, differenzierter Blick. Anders als viele großblütige Stauden ist die Eberraute keine auffällige Bienenweide. Ihre Blüten sind klein und unscheinbar, und in unseren Breiten kommt sie oft nur spärlich oder gar nicht zur Blüte. Wer ein üppiges Nektarangebot erwartet, wird hier zunächst enttäuscht.

Doch wo liegt dann ihr ökologischer Wert? Kommt die Eberraute an einem warmen, geschützten Standort tatsächlich zur Blüte, werden die kleinen Körbchen durchaus von verschiedenen Insekten besucht. Vor allem Schwebfliegen, kleine Wildbienen und Fliegen nutzen das späte Blütenangebot im Spätsommer und Herbst, einer Zeit, in der das Nahrungsangebot in vielen Gärten bereits nachlässt. Als Korbblütler bietet sie zudem leicht zugänglichen Pollen.

Hier lohnt eine ehrliche Abwägung. Als nicht heimisches Kulturkraut besitzt die Eberraute nicht dieselbe ökologische Tiefe wie regionale Wildstauden, die fest in lokale Nahrungsnetze eingebunden sind. Ihr direkter Wert als Nektarpflanze bleibt begrenzt. Ihre Stärke liegt vielmehr in einem anderen Bereich: dem aromatischen Laub.

Trotzdem ist sie alles andere als wertlos. Das stark duftende, ätherisch geprägte Laub gilt traditionell als natürlicher Schutz gegen allerlei unerwünschte Gäste. In alten Gärten pflanzte man die Eberraute gezielt zur Abwehr von Motten und manchen Schädlingen, und ihr Duft soll auch Stechmücken fernhalten. In einem vielfältigen Garten, der bereits heimische Wildstauden, offene Bodenstellen und eine gestaffelte Blüte bietet, ist die Eberraute deshalb vor allem als robustes, gesundes Duftkraut eine sinnvolle Ergänzung, das selbst kaum unter Fraß leidet.

Gartenwert und Wirkung: Feine Struktur und unverwechselbarer Duft

Manche Kräuter überzeugen durch Blütenfülle, andere durch ihr Laub. Die Eberraute gehört eindeutig zur zweiten Gruppe. Ihr fein gefiedertes, fast federartiges Laub bringt eine seltene Leichtigkeit ins Beet. Zwischen kräftigeren, großblättrigen Nachbarn wirkt sie wie ein luftiger, grüner Schleier, der harte Übergänge mildert und der Pflanzung eine ruhige, elegante Textur verleiht.

Gerade diese feine Struktur ist gestalterisch wertvoll. Das silbrig-grüne Laub harmoniert mit nahezu jeder Blütenfarbe und setzt sich besonders schön gegen kräftige Töne ab. Als halbstrauchiger, das ganze Jahr präsenter Busch gibt die Eberraute der Pflanzung zudem Halt und Höhe, ohne dabei schwer oder dominant zu wirken. Vor dunklem Gehölz oder zwischen blühenden Stauden entfaltet sie ihre ganze, dezente Wirkung.

Vielleicht liegt darin ihr besonderer Reiz. Die Eberraute ist eine Pflanze für jene, die gern mit allen Sinnen gärtnern. Wer sie an einen Weg, einen Sitzplatzrand oder an die Beetkante setzt, wird bei jeder Berührung mit ihrem überraschenden Cola-Duft belohnt. So verbindet sie dekorative Struktur mit einem sinnlichen Erlebnis, das über die ganze Saison trägt, und ist dabei erfreulich robust und langlebig.

Verwendung im Naturgarten und in der Nutzzone: Ein Duftkraut mit Tradition

Kräuter wie die Eberraute finden ihren besten Platz vor allem in der Nutzzone, oft auch Ertragszone genannt. Das ist jener Bereich des Naturgartens, in dem eigenes Obst, Gemüse und Kräuter wachsen. Im durchdachten Drei-Zonen-Garten, wie ihn etwa das Hortus-Konzept beschreibt, bildet diese Ertragszone gemeinsam mit einer Pufferzone und einer wilden Hotspotzone ein stimmiges Ganzes. Die Eberraute verbindet in dieser Nutzzone aromatischen Nutzen und dekorative Wirkung auf ideale Weise.

Besonders gut eignet sie sich für:

  • Kräuterbeete und Kräuterspiralen in der Nutzzone
  • sonnige, durchlässige Beetränder und warme Mauerfüße
  • naturnahe Bauerngärten und gemischte Zier-Nutz-Pflanzungen
  • Pflanzungen nahe Sitzplätzen und Wegen, wo der Duft erlebbar wird
  • Duft- und Tastgärten zum Anfassen und Reiben
  • Kübel und größere Pflanzgefäße auf Terrasse und Balkon

Am schönsten wirkt die Eberraute meist als einzelner, kräftiger Busch oder locker wiederholt am Beetrand. Da sie halbstrauchig wächst und mit den Jahren breiter wird, gibt man ihr am besten von Anfang an genügend Raum. Praktischer Tipp aus der Erfahrung: Wer sie an einen viel begangenen Weg setzt, weckt bei jedem Vorbeistreifen ihr überraschendes Aroma.

Wichtig bleibt dabei eines: Die Eberraute braucht Sonne und einen durchlässigen Boden. In zu schattigen, feuchten oder schweren Lagen bleibt sie schwach und neigt zum Verkahlen. Wer sie regelmäßig zurückschneidet, hält sie kompakt, dicht und vital, und genau dieser Schnitt liefert zugleich die Ernte für Küche und Duftsäckchen.

Küchen- und Heilkräuternutzung: Aroma mit Bedacht einsetzen

In der Küche ist die Eberraute ein Kraut für besondere Akzente. Ihr intensives, leicht bitter-würziges Aroma mit der charakteristischen Cola-Note ist kräftig, weshalb man sie sparsam dosiert. Fein gehackt würzt sie fette Speisen, Braten, Geflügel und Fischgerichte und hilft, schwere Kost bekömmlicher zu machen. Auch in Kräuteressig, in Marinaden oder, sehr sparsam, in sommerlichen Getränken setzt sie ungewöhnliche Akzente.

Ein praktischer Hinweis aus der Küchenpraxis: Wegen ihrer Bitterstoffe sollte die Eberraute stets dezent eingesetzt werden. Junge, frische Triebspitzen sind milder und aromatischer als ältere, verholzte Teile. Am intensivsten ist das Aroma vor der Blüte, wenn der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist. Erntet man regelmäßig die jungen Triebe, fördert das zugleich einen dichten, buschigen Wuchs.

Als Heilkraut blickt die Eberraute auf eine sehr lange Tradition zurück. Schon in den Klostergärten wurde sie geschätzt, traditionell vor allem zur Anregung von Appetit und Verdauung sowie zur Unterstützung bei Magen- und Gallenbeschwerden. Ihre Bitterstoffe galten als verdauungsfördernd. Darüber hinaus nutzte man die getrockneten Triebe in Duftsäckchen, um Kleidermotten aus Schränken fernzuhalten, eine Tradition, die bis heute lebendig ist.

Und worauf sollte man achten? Wie bei allen kräftigen Heil- und Würzkräutern gilt: maßvoll genießen und im Zweifel fachkundigen Rat einholen. In der Schwangerschaft wird von einer Verwendung als Heilkraut abgeraten. Im Garten überwiegt ohnehin der einfache Genuss: ein paar Triebe für die Küche, einige getrocknete Bündel für den Kleiderschrank, der Rest darf duften und Struktur geben.

Passende Pflanzpartner: Gute Begleiter für sonnige, durchlässige Standorte

Die besten Pflanzpartner sind Kräuter und Stauden, die ähnliche Ansprüche an Sonne, Wärme und durchlässigen Boden mitbringen. In der Nutzzone lässt sich die Eberraute wunderbar mit anderen mediterranen Würzkräutern und sonnenliebenden Wildstauden kombinieren, die ihren feinen, silbrigen Charakter ergänzen und das Insektenangebot bereichern.

Sehr stimmig wirken zum Beispiel:

  • Echter Salbei (Salvia officinalis) für kräftiges Laub, blauviolette Bienenblüten und ähnliche Ansprüche
  • Thymian (Thymus vulgaris) für niedrige, duftende Bodendeckung und hohen Insektenwert
  • Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) für blauviolette Farbakzente und einen langen Bienenflor
  • Oregano (Origanum vulgare) als hervorragendes Bienenkraut mit verwandten Ansprüchen
  • Currykraut (Helichrysum italicum) für ergänzende silbrige Struktur und Duft
  • Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) für schlanke, purpurrote Akzente aus heimischer Flora
  • Schaf-Schwingel (Festuca ovina) für feine, grasige Ruhe und Bewegung

Solche Kombinationen leben vom Zusammenspiel der Aromen, Texturen und Blütenfarben. Das feine, silbrig-grüne Laub der Eberraute verbindet sich besonders schön mit den Blau-, Violett- und Rosatönen ihrer Begleiter. Wer zusätzlich heimische Wildstauden bewusst einplant, etwa in der angrenzenden Hotspot-Zone, gewinnt echte ökologische Tiefe und schafft ein durchgehendes Nahrungsangebot vom Frühjahr bis in den Herbst.

Der richtige Standort: Was Artemisia abrotanum wirklich braucht

Der Standort entscheidet bei der Eberraute stark über Wuchs, Aroma und Lebensdauer. Volle Sonne ist der wichtigste Faktor. An hellen, warmen Plätzen bleibt sie kompakt, dicht und entwickelt das kräftigste Aroma. Halbschatten wird zwar toleriert, führt jedoch zu lockerem, weichem Wuchs und schwächerem Duft. Je sonniger und wärmer der Platz, desto besser.

Beim Boden ist die Eberraute erfreulich genügsam, solange eines stimmt: gute Durchlässigkeit. Sie liebt durchlässige, mäßig nährstoffreiche bis magere Substrate, gern mit etwas Kalk. Trockene bis frische Böden sagen ihr zu. Schwere, verdichtete und vor allem dauerhaft nasse Böden sind problematisch, denn Staunässe, besonders im Winter, ist mit Abstand der häufigste Grund für Ausfälle.

Was hilft, wenn der Gartenboden zu schwer ist? Dann lohnt sich eine gezielte Auflockerung mit reichlich Splitt, Sand oder feinem Kies, gegebenenfalls ergänzt durch etwas kalkhaltiges Material. Auch erhöhte Pflanzbereiche, Mauerfüße oder leicht geneigte Flächen sind günstig, weil das Wasser dort rasch abzieht. So lässt sich der warme, durchlässige Standort, den die Eberraute aus ihrer südlichen Heimat kennt, im Garten gut nachbilden.

Woran erkennt man einen guten Platz? Die Eberraute wächst dort kräftig und buschig, bildet reichlich feines, intensiv duftendes Laub und treibt nach jedem Schnitt zuverlässig nach. Bleibt sie schwach, verkahlt sie von innen oder verliert das Laub an Duft, stimmt meist das Zusammenspiel aus Licht, Bodenstruktur und Winterfeuchte nicht.

Pflegehinweise: Wenig Aufwand, aber der richtige Schnitt

Steht die Eberraute am passenden Platz, gehört sie zu den pflegeleichten und langlebigen Kräutern. Sie braucht keine intensive Betreuung, sondern vor allem gute Drainage und einen regelmäßigen Schnitt, der sie in Form hält.

Staunässe konsequent vermeiden

Das ist der wichtigste Punkt. Vor allem winterliche Nässe gefährdet den halbstrauchigen Wuchs und lässt die Wurzeln leicht faulen. Wer schwere Böden hat, sollte vor der Pflanzung unbedingt mit Splitt, Kies oder grobem Sand für besseren Wasserabzug sorgen.

Regelmäßig zurückschneiden

Der wichtigste Pflegegriff ist der Schnitt. Ein kräftiger Rückschnitt im Frühjahr, bevor der neue Austrieb beginnt, hält die Pflanze kompakt, dicht und vital und verhindert das Verkahlen von innen. Im Sommer fördert das regelmäßige Ernten der Triebspitzen einen buschigen, gesunden Wuchs. Ohne Schnitt verholzt die Eberraute mit den Jahren stark und fällt auseinander.

Sparsam gießen und düngen

Einmal eingewurzelt, kommt die Eberraute mit Trockenheit gut zurecht und braucht kaum zusätzliches Wasser. Auch beim Düngen ist Zurückhaltung gefragt: Zu viele Nährstoffe fördern weiches Wachstum und schwächen das Aroma. Eine maßvolle Gabe Kompost im Frühjahr genügt vollkommen.

Winterschutz in rauen Lagen

In kalten Regionen ist weniger der Frost als die Winternässe gefährlich. Eine Abdeckung des Wurzelbereichs mit Reisig oder eine Kiesschicht rund um die Pflanze hält den Stand trocken und schützt zuverlässiger als jede Vlieshaube. In sehr rauen Lagen empfiehlt sich ein besonders geschützter, warmer Platz, etwa an einer sonnigen Mauer.

Vermehrung leicht gemacht

Die Eberraute lässt sich unkompliziert über Stecklinge vermehren. Im Sommer geschnittene, halbverholzte Triebe bewurzeln auf durchlässigem Substrat zuverlässig. Auch eine Teilung älterer Pflanzen im Frühjahr ist möglich und hilft zugleich, lückige Horste zu verjüngen.

Warum die Eberraute auch im naturnahen Garten ihren Platz hat

Viele Gärtnerinnen und Gärtner suchen Pflanzen, die mehrfachen Nutzen bieten: ein aromatisches Würzkraut, eine traditionsreiche Heilpflanze und zugleich eine robuste, dekorative Struktur. Die Eberraute vereint all das auf überzeugende Weise. Sie liefert über die ganze Saison fein duftendes Laub für Küche und Hausgebrauch und gibt mit ihrem federartigen Wuchs sonnigen Beeten eine seltene Leichtigkeit.

Zugleich erfordert ihr Einsatz eine ehrliche Haltung. Sie ist keine ursprünglich heimische Wildpflanze, sondern ein südeuropäisch-vorderasiatisches Kulturkraut mit langer Gartentradition. Ihr direkter Wert als Nektarpflanze ist begrenzt, da sie in unseren Breiten oft nur spärlich blüht. Ihre Stärke liegt im robusten, aromatischen Laub, das sie selbst weitgehend vor Fraß schützt. Sie ersetzt damit keine heimischen Arten, kann aber im Zusammenspiel mit regionalen Wildstauden ein sinnvoller, pflegeleichter Baustein sein.

Vielleicht liegt darin der richtige Umgang mit ihr. Wer sie bewusst in der Nutzzone einsetzt, ihr Aroma in der Küche schätzt und sie mit nektarreichen heimischen Arten kombiniert, gewinnt ein robustes, langlebiges und vielseitiges Kraut. So verbinden sich kulinarische Freude, alte Kräuterweisheit und ökologisches Bewusstsein zu einem stimmigen Ganzen.

Fazit: Aromatisches Duftkraut mit feinem Laub für sonnige Standorte

Die Eberraute ist ein ausdauernder, halbstrauchiger Korbblütler für sonnige, gut durchlässige und gern kalkhaltige Standorte. Mit ihrem fein gefiederten, silbrig-grünen Laub, dem unverwechselbaren cola-artigen Duft und ihrer robusten, langlebigen Natur verbindet Artemisia abrotanum kulinarischen Nutzen, traditionelle Heilkraft und dekorative Wirkung. Besonders in der Nutzzone des Naturgartens, im Kräuterbeet und am sonnigen Beetrand zeigt sie ihre Stärken. Ihr Wert für Insekten ist begrenzt, ihr aromatisches, fraßresistentes Laub dafür umso bemerkenswerter.

Wer ein pflegeleichtes, langlebiges und mehrfach nutzbares Kraut für warme, durchlässige Bereiche sucht, findet in der Eberraute eine sehr überzeugende Wahl. Entscheidend sind ein vollsonniger Platz, ein durchlässiger Boden und ein regelmäßiger Rückschnitt, der sie kompakt und vital hält. Heimisch im ursprünglichen Sinn ist sie nicht, doch als traditionsreiches Kulturkraut und robustes Duftkraut ist sie ein Gewinn für lebendige Gärten.

Eberraute. Echt heimisch. Echt wild. Echt insektenfreundlich. Ja natürlich, Gartenbau & Floristik Klaus Hüskes, für Gärten die leben.

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