Alpen-Leinkraut
 Linaria alpina
Alpen-Leinkraut
 Linaria alpina

Alpen-Leinkraut, Linaria alpina

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Bruttopreis
✓ Ideal für Balkon & Topf ✓ Sommer ist ihre Hauptblütezeit ✓ Für bunte Gartenakzente ✓ Lebensgrundlage für Raupen ✓ Heimische Wildstaude für naturnahe Gärten ✓ Perfekt für Dachgärten, trockenheitsresistent
  • Gedeiht optimal an sonnenreichen Standorten.
  • Ideal für magere und trockene Böden
  • Optimal für alpine und steinige Standorte
  • Späte Blüten für Insekten
  • Fördert seltene und heimische Wildbienen
  • Perfekt geeignet für Kübel, Balkonkästen und Töpfe
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Alpen-Leinkraut: Violett-orangefarbene Miniatur-Löwenmäulchen im kargen Geröll der Hochgebirge

Zwischen losem Steinschutt, auf wandernden Schotterhalden und in den Ritzen felsiger Hänge, dort wo kaum eine andere Pflanze Halt findet, breiten sich flache, niederliegende Polster aus fleischigen, blaugrauen Blättchen aus. Aus ihnen heben sich über wenige Zentimeter kleine, zweilippige Blüten, die an winzige Löwenmäulchen erinnern: ein zartes Violett, in dessen Kehle ein leuchtend orangefarbener Fleck sitzt, und nach hinten ein feiner, spitzer Sporn. Dieser überraschende Farbkontrast lässt die zierlichen Blüten vor dem grauen Geröll geradezu aufleuchten. Das Alpen-Leinkraut (Linaria alpina) gehört zu jenen echten Hochgebirgs-Wildstauden, die karge Schotter- und Felsflächen mit einem farbenfrohen, überraschend feinen Blütenspiel beleben.

Was zeichnet Linaria alpina botanisch aus? Woher stammt das Alpen-Leinkraut, und wie ehrlich lässt es sich in einen naturnahen Garten einordnen? Welchen Wert hat seine ungewöhnliche Spornblüte für bestimmte Insekten, und worauf kommt es bei Standort, Pflege und Verwendung wirklich an? Diese Beschreibung zeigt die wichtigsten Merkmale des Alpen-Leinkrauts, seine Herkunft, seine ökologische Einordnung und seine beste Verwendung im Garten. Dazu kommen klare Hinweise zu passenden Pflanzpartnern und zur standortgerechten Kultur.

Steckbrief: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Botanischer Name: Linaria alpina
  • Deutscher Name: Alpen-Leinkraut
  • Weitere Bezeichnung: Alpen-Löwenmaul, Alpines Leinkraut
  • Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae), früher Braunwurzgewächse
  • Wuchshöhe: meist 5 bis 15 Zentimeter, flach niederliegend
  • Wuchsbreite: etwa 10 bis 20 Zentimeter, locker polster- bis teppichbildend
  • Wuchsform: niedrig, kriechend, aus zarten, verzweigten Trieben
  • Lebensdauer: ausdauernd, oft eher kurzlebig, dafür reich versamend
  • Blütezeit: meist von Juni bis August
  • Blütenfarbe: violett bis lila, mit leuchtend orangefarbenem Gaumenfleck
  • Blütenform: kleine, zweilippige Rachenblüten mit spitzem Sporn
  • Laub: schmal, fleischig, sukkulentenartig, blaugrau bereift
  • Standort: vollsonnig
  • Boden: sehr durchlässig, mineralisch, mager, steinig-kiesig, kalkarm bis kalkhaltig
  • Winterhärte: sehr gut, als Hochgebirgspflanze zuverlässig frosthart
  • Verwendung: Alpinum, Steingarten, Schotterbeet, Trog, Felsspalte, Kiesfläche
  • Besonderheit: echte Hochgebirgs-Wildstaude der Schutt- und Felsfluren; Spornblüte besonders für langrüsselige Hummeln geeignet

Botanischer Blick: Woran man das Alpen-Leinkraut erkennt

Das Alpen-Leinkraut ist eine ausdauernde, sehr niedrig wachsende Polsterstaude aus der Familie der Wegerichgewächse. Aus einer feinen, verzweigten Wurzel treiben zarte, niederliegende bis leicht aufsteigende Triebe, die sich zu flachen, lockeren Polstern zusammenschließen. So entsteht ein bodennaher Bewuchs, der offene Schotterstellen behutsam überzieht und selbst zwischen groben Steinen Halt findet, ohne massig zu wirken.

Schon das Laub verrät seinen Charakter. Die Blätter sind schmal, länglich und auffallend fleischig, fast sukkulentenartig verdickt, und von einem matten Blaugrau, das durch einen feinen Wachsüberzug entsteht. Ist diese blaugraue Färbung nur schön anzusehen? Keineswegs. Sie ist eine klare Anpassung an das raue Hochgebirge: Der Wachsüberzug wirft einen Teil der intensiven Höhenstrahlung zurück, und das fleischige Gewebe speichert Wasser für die kurzen, trockenen Phasen im Geröll. Auch außerhalb der Blüte bleibt dieses kühle, blaugraue Laub ein reizvolles, ruhiges Element.

Das eigentliche Glanzstück sind jedoch die Blüten, und hier lohnt der genaue Blick. Sie sind klein, zweilippig und wie winzige Löwenmäulchen gebaut, mit einer Oberlippe, einer Unterlippe und einem nach hinten gerichteten spitzen Sporn. Die Grundfarbe ist ein zartes Violett bis Lila, während der gewölbte Gaumen der Unterlippe in leuchtendem Orange oder Gelb aufleuchtet. Nach der Bestäubung reifen daraus kleine, rundliche Kapselfrüchte mit zahlreichen feinen Samen.

Und warum diese geschlossene Rachenform mit verstecktem Sporn? Hier zeigt sich ein kluges Zusammenspiel. Die Blüte ist durch ihre zusammengedrückten Lippen zunächst verschlossen, und der Nektar liegt tief hinten im Sporn verborgen. Nur ein Besucher, der kräftig genug ist, die Lippen auseinanderzudrücken, und dazu einen langen Rüssel besitzt, gelangt an diese Nahrung. Der leuchtende orangefarbene Gaumenfleck wirkt dabei wie ein Wegweiser, der genau diese passenden Bestäuber zum Eingang lenkt. Form, Farbe und Bau greifen so ineinander, um gezielt bestimmte Insekten anzusprechen.

Herkunft und Einordnung: Eine echte Hochgebirgs-Wildstaude der Schuttfluren

Linaria alpina ist in den Hochgebirgen Mittel- und Südeuropas beheimatet, mit Verbreitungsschwerpunkten in den Alpen, den Karpaten und den Pyrenäen. In diesen Räumen gehört das Alpen-Leinkraut zur ursprünglich heimischen Flora. Sein natürlicher Lebensraum sind bewegliche Geröllhalden, Moränen, Feinschuttfluren, steinige Hänge und Felsspalten der höheren Lagen, oft weit oberhalb der Waldgrenze, auf durchlässigem, nährstoffarmem und mineralischem Grund.

Was sagt dieser Lebensraum über seinen Charakter? Einiges. Das Alpen-Leinkraut ist ein ausgesprochener Pionier des lockeren Gebirgsschutts. Die fleischigen, wasserspeichernden Blätter, der flache, bewegliche Wuchs und das feine Wurzelwerk sind Anpassungen an einen extremen Standort mit voller Sonne, starken Temperaturschwankungen, knappen Nährstoffen und wanderndem Untergrund. Genau diese Eigenschaften machen es robust gegen Kälte, Strahlung und Trockenheit, aber empfindlich gegen fetten, dichten Boden und dauerhafte Nässe.

Hier ist eine ehrliche Einordnung wichtig. Das Alpen-Leinkraut ist eine glaubwürdig heimische Wildstaude der mittel- und südeuropäischen Hochgebirge, fest verwurzelt in den alpinen Schutt- und Felsgesellschaften. Zugleich ist es ausdrücklich keine Pflanze des Tieflands, sondern eine echte Spezialistin der Höhenlagen mit sehr besonderen Ansprüchen. Wer regionale Herkünfte aus dem passenden Naturraum bezieht, gewinnt die Wildart selbst und keine gezüchtete Zierform. Ein Hinweis lohnt sich: Die Art ist häufig eher kurzlebig, hält sich aber am passenden Standort durch willige Selbstaussaat.

Genau darin liegt ihr Reiz, aber auch ihre Herausforderung für den Garten. Sie ist keine Pflanze für das gewöhnliche Staudenbeet, sondern für den bewusst mineralischen, sonnigen Kleinstandort. Wer eine scharf drainierte Schotter- oder Felsfläche anzubieten hat, kann mit dem Alpen-Leinkraut den Zauber der Hochgebirgsflur ein Stück weit in den Garten holen und einer anspruchsvollen, echten Wildart einen Platz geben.

Ökologische Bedeutung: Verborgener Nektar für langrüsselige Hummeln

Wer das Alpen-Leinkraut ökologisch einordnen möchte, muss zunächst genau hinsehen, denn seine Blüte funktioniert anders als eine offene Schale. Die zusammengedrückten Lippen halten den Zugang verschlossen, und der Nektar liegt tief im Sporn verborgen. Ein Vergleich mit weit offenen, für jedermann zugänglichen Bienenblüten führt hier in die Irre. Sein Wert liegt an einer ganz bestimmten Stelle, und gerade deshalb lohnt sich der genaue Blick.

Wer erreicht diese verborgene Nahrung denn überhaupt? Vor allem kräftige, langrüsselige Insekten. Aus der beobachtbaren Eigenschaft „geschlossene Rachenblüte mit langem Sporn und tief liegendem Nektar“ folgt konkret die Funktion als Nahrungsquelle für Bestäuber, die stark genug sind, die Lippen zu öffnen, und deren Rüssel lang genug reicht. In erster Linie sind das langrüsselige Hummeln (Bombus-Arten), die genau auf solche Spornblüten spezialisiert sind. Der leuchtende Gaumenfleck dient ihnen als Orientierungshilfe zum Blüteneingang.

Hier ist die gebotene Zurückhaltung wichtig. Das Alpen-Leinkraut ist damit ausdrücklich keine universelle Nektarpflanze, die einem breiten Spektrum kurzrüsseliger Wildbienen offensteht. Sein Angebot ist gezielt, nicht breit. Genau diese Spezialisierung ist jedoch ökologisch wertvoll: Sie bedient jene langrüsseligen Hummeln, die auf tiefe Blüten angewiesen sind und an flachen Schalen weniger finden. In der Natur ergänzen sich offene und geschlossene Blütenformen, und das Alpen-Leinkraut besetzt hier eine bestimmte Nische.

Genau diese Ehrlichkeit macht die Einordnung belastbar. Aus der Eigenschaft „spezialisierte Spornblüte in kurzer, hochsommerlicher Blütezeit“ folgt, dass das Alpen-Leinkraut ein gezielter Nahrungspunkt für langrüsselige Hummeln ist, kein pauschaler Insektenmagnet. Welche einzelnen Arten es an einem Gartenstandort tatsächlich aufsuchen, hängt von Lage und Umgebung ab. Wer es mit weiteren offen und tief blühenden Trocken- und Felsarten kombiniert, gewinnt echte ökologische Tiefe und schafft ein Angebot, das unterschiedliche Bestäubertypen bedient.

Gartenwert und Wirkung: Zierliche Farbtupfer im mineralischen Kleinstandort

Manche Pflanzen überzeugen durch Fülle und Höhe, andere durch Feinheit und einen überraschenden Auftritt auf kleinstem Raum. Das Alpen-Leinkraut gehört eindeutig zur zweiten Gruppe. Seine winzigen, violett-orangefarbenen Löwenmäulchen wirken vor dem grauen Geröll wie kleine, leuchtende Juwelen, und das kühle, blaugraue Laub bildet dazu einen ruhigen, edlen Grund. Gerade im Miniaturmaßstab eines Alpinums oder Trogs entfaltet diese Pflanze ihren ganzen Charme.

Gerade dieser Farbkontrast ist gestalterisch reizvoll. Das Violett mit dem orangefarbenen Auge harmoniert wunderbar mit dem Grau von Fels und Kies, mit Silberlaub und mit den klaren Farben anderer alpiner Polster. In einer Felsspalte, über eine Steinkante fließend oder gestreut in einer Schotterfläche entsteht ein authentisches Bild echter Hochgebirgsflur. Das feine, niederliegende Polster fügt sich dabei bescheiden ein und drängt sich nie in den Vordergrund, belohnt aber jeden, der genau hinsieht.

Vielleicht liegt darin sein besonderer Reiz. Das Alpen-Leinkraut ist eine Pflanze für alle, die das Besondere im Kleinen schätzen und die Faszination der Alpenflora in den Garten holen möchten. Es ist kein Blickfang für die Ferne, sondern eine Entdeckung aus der Nähe, ideal für Sammler alpiner Kostbarkeiten und für alle, die einen scharf drainierten, sonnigen Kleinstandort mit einer echten, anspruchsvollen Wildart beleben wollen.

Verwendung im Garten und Naturgarten: Spezialist für scharf drainierte Kleinstandorte

Im Garten gehört das Alpen-Leinkraut an vollsonnige, extrem gut durchlässige Standorte mit magerem, rein mineralischem und steinig-kiesigem Boden. Dort, und wirklich nur dort, entfaltet es seine ganze Stärke. Besonders überzeugend wirkt es in Pflanzungen, die seinen natürlichen Schutt- und Felsstandort nachbilden, also genau dort, wo Wasser sofort abzieht, viel Sonne herrscht und der Untergrund karg und locker bleibt. In fetten, feuchten oder schattigen Lagen scheitert es rasch.

Am schönsten kommt es in kleinen Gruppen oder gestreut zur Geltung, dort, wo man ihm nahekommen und die feinen Blüten betrachten kann. Da die Art oft eher kurzlebig ist, sich aber willig versamt, hält sie sich am passenden Standort durch Selbstaussaat und wandert dabei ein Stück durch die Schotterfläche, ganz wie im natürlichen, beweglichen Geröll. Wer diese Dynamik zulässt, gewinnt einen lebendigen, sich stetig erneuernden Bestand.

Besonders gut eignet es sich für:

  • Alpinum-Pflanzungen und klassische Steingärten auf mineralischem Grund
  • Schotter- und Kiesflächen mit scharfer Drainage
  • Felsspalten, Fugen und Steinkanten zum Überhängen
  • Tröge, Schalen und alpine Gefäße mit rein mineralischem Substrat
  • offene, magere Splittflächen in voller Sonne
  • gemischte Alpin-Pflanzungen mit weiteren Hochgebirgsarten

Wichtig bleibt dabei eines: Das Alpen-Leinkraut braucht Sonne, mineralischen Boden und vor allem eine kompromisslos scharfe Drainage. In gewöhnlicher Gartenerde, bei Staunässe oder Nährstoffüberschuss geht es rasch zugrunde. Wer ihm einen echten, kargen Schotterstandort schafft und es mit weiteren alpinen Spezialisten kombiniert, verbindet feine Gartenwirkung mit einem gezielten Beitrag für langrüsselige Hummeln. Genau dieser Gedanke steht hinter Gärten, die leben.

Passende Pflanzpartner: Gute Begleiter für alpine Schotter- und Felsflächen

Die besten Pflanzpartner sind andere Hochgebirgs- und Trockenspezialisten, die dieselben Ansprüche an volle Sonne, scharfe Drainage und mageren, mineralischen Boden mitbringen. Nur unter diesen Partnern behauptet sich das zarte Alpen-Leinkraut, ohne von wüchsigeren Nachbarn überwachsen zu werden. So entsteht ein authentisches, kleinteiliges Bild echter Alpenflur, das zugleich unterschiedliche Blütenformen und damit verschiedene Bestäuber bedient.

Sehr stimmig wirken zum Beispiel:

  • Silberwurz (Dryas octopetala) als heimische Alpenpflanze mit weißen Blüten und teppichartigem, robustem Wuchs
  • Berg-Steinkraut (Alyssum montanum) für goldgelbe Frühlingskissen und frühen Pollen auf magerem Fels
  • Polster-Steinbrech (Saxifraga-Arten) für dichte, feine Polster und frühe Blüten in der Felsfuge
  • Enzian-Arten (Gentiana) für tiefes Blau und tief gebaute Blüten, die ebenfalls langrüsselige Bestäuber ansprechen
  • Alpen-Grasnelke (Armeria alpina) für rosa Blütenköpfchen auf feinem, grasigem Polster
  • Berg-Sandkraut (Minuartia-Arten) für zarte, weiße Sternchen zwischen den Steinen
  • Niedrige Schwingel-Arten (Festuca) für ruhige, feine Gräserstruktur zwischen den Blütenpolstern

Solche Kombinationen leben vom Zusammenspiel feiner Formen und vom klugen Nebeneinander unterschiedlicher Blütentypen. Das violett-orange Löwenmaul des Alpen-Leinkrauts trifft auf weiße Silberwurz, tiefblaue Enziane und rosa Grasnelken und ergibt ein lebendiges, naturnahes Bild alpiner Schotterfluren. Wer bewusst offene und tief gebaute Blüten mischt, gewinnt echte ökologische Tiefe: Die einen bedienen kurzrüsselige Insekten, die anderen langrüsselige Hummeln, und gemeinsam bilden sie einen kleinen Lebensraum, in dem jeder Bestäubertyp seinen Platz findet.

Der richtige Standort: Was Linaria alpina wirklich braucht

Der Standort entscheidet beim Alpen-Leinkraut kompromisslos über Gedeihen oder Scheitern. Volle Sonne ist der erste unverzichtbare Faktor. Als Hochgebirgspflanze ist es an intensive Strahlung und offene Lagen angepasst und verlangt einen möglichst hellen, warmen Platz. Halbschatten oder gar Schatten werden nicht vertragen und führen rasch zu schwachem, vergeilendem Wuchs und ausbleibender Blüte. Je sonniger und offener der Platz, desto besser.

Der zweite und entscheidende Faktor ist die Drainage. Das Alpen-Leinkraut verlangt einen rein mineralischen, sehr durchlässigen und mageren Boden aus Splitt, Kies, grobem Sand und wenig humosem Feinanteil, wie er dem lockeren Gebirgsschutt entspricht. Schwere, dichte oder gar dauerhaft feuchte Böden sind sein sicheres Ende, denn Staunässe, besonders im Winter, verträgt es überhaupt nicht. Auch Nährstoffreichtum ist schädlich: Zu viele Nährstoffe fördern weiches Wachstum und verkürzen das ohnehin begrenzte Leben zusätzlich.

Was hilft, wenn der Gartenboden zu schwer oder zu fett ist? Hier führt kein Weg an einer gründlichen Vorbereitung vorbei. Für dieses Alpenkind lohnt sich ein eigens angelegtes, tief mit Splitt und Kies gefülltes Schotterbeet, ein Steingarten mit echtem mineralischem Substrat oder die Kultur im Trog mit rein mineralischer Mischung. Eine Deckschicht aus Splitt hält den Wurzelhals trocken. So lässt sich der kompromisslos durchlässige Hochgebirgsstandort, den Linaria alpina zwingend braucht, im Garten überhaupt erst nachbilden.

Woran erkennt man einen guten Platz? Das Alpen-Leinkraut bildet dort feste, kompakte, blaugraue Polster und überzieht sich im Hochsommer zuverlässig mit seinen violett-orangefarbenen Blüten, dazu versamt es sich behutsam in die umgebende Schotterfläche. Bleibt es schwach, fault es am Grund oder verschwindet es rasch, liegen die Ursachen fast immer bei zu viel Feuchtigkeit, zu wenig Licht oder einem zu schweren, zu nährstoffreichen Boden.

Pflegehinweise: Wenig Aufwand, aber kompromisslose Bedingungen

Steht das Alpen-Leinkraut am richtigen, scharf drainierten Sonnenplatz, ist es erstaunlich pflegeleicht. Es braucht keine Betreuung, sondern vor allem eines: die konsequente Einhaltung seiner besonderen Ansprüche. Fast alle Pflegehinweise laufen deshalb auf das eine Ziel hinaus, den kargen Hochgebirgsstandort dauerhaft zu erhalten.

Staunässe kompromisslos vermeiden

Das ist der mit Abstand wichtigste Punkt. Vor allem winterliche Nässe lässt die Polster unweigerlich faulen. Sorgen Sie deshalb schon bei der Pflanzung für einen tiefgründig durchlässigen, mineralischen Untergrund und halten Sie den Wurzelhals mit einer groben Splittschicht trocken. Ein leicht geneigter Stand oder eine erhöhte Fläche, von der Wasser rasch abzieht, sind ideal. Zusätzliches Gießen ist nur bei frisch gesetzten Pflanzen und in langen Trockenphasen nötig.

Niemals düngen

Auf jede Düngung wird bewusst verzichtet. Das Alpen-Leinkraut ist an nährstoffarme Schuttfluren angepasst, und zusätzliche Nährstoffe fördern weiches Wachstum, mindern die Blüte und verkürzen die Lebensdauer. Der magere, mineralische Stand ist keine Notlösung, sondern die eigentliche Voraussetzung für gesundes Gedeihen.

Selbstaussaat zulassen

Da die Art oft eher kurzlebig ist, sichert die Selbstaussaat ihren Fortbestand im Garten. Lassen Sie einige Fruchtstände ausreifen, damit sich frische Sämlinge in der Schotterfläche ansiedeln können. Auf diese Weise wandert das Alpen-Leinkraut behutsam durch das Beet, ähnlich wie im beweglichen Naturgeröll, und erneuert sich von allein. Unerwünschte Sämlinge lassen sich im Jungstadium mühelos entfernen.

Kaum Rückschnitt nötig

Ein Rückschnitt ist in der Regel nicht erforderlich. Wer ein aufgeräumtes Bild wünscht, kann verblühte Triebe leicht einkürzen, sollte dann aber einige Samenstände stehen lassen, um die wichtige Selbstaussaat nicht zu unterbinden. Abgestorbene Reste lassen sich im Frühjahr vorsichtig entfernen.

Vermehrung

Vermehren lässt sich das Alpen-Leinkraut am zuverlässigsten über Aussaat. Als Gebirgspflanze keimen die Samen häufig nach einer Kälteperiode besser, weshalb sich eine Aussaat im Spätwinter oder das Ausbringen frischer Samen im Herbst anbietet. Da sich die Art ohnehin willig versamt, gewinnt man oft von allein junge Pflanzen für weitere mineralische Kleinstandorte.

Fazit: Echte Hochgebirgs-Wildstaude für den anspruchsvollen Kleinstandort

Das Alpen-Leinkraut ist eine ausdauernde, niedrig-polsterbildende Wildstaude für vollsonnige, kompromisslos durchlässige, magere und rein mineralische Standorte. Mit seinen zierlichen, violett-orangefarbenen Löwenmaul-Blüten über blaugrauem, fleischigem Laub und seiner Blütezeit von Juni bis August bringt Linaria alpina den Zauber der Alpenflur auf kleinstem Raum in Alpinum, Schotterbeet und Trog. Besonders in scharf drainierten Steingärten, Felsspalten und mineralischen Gefäßen zeigt es seine Stärken, gerade dort, wo gewöhnliche Stauden längst versagen.

Ehrlich eingeordnet ist es eine echte, heimische Wildstaude der mittel- und südeuropäischen Hochgebirge und ihrer Schutt- und Felsfluren, ausdrücklich keine Tieflandpflanze, sondern eine anspruchsvolle Spezialistin der Höhenlagen. Seine geschlossene Spornblüte bietet keinen offen zugänglichen Nektar für jedermann, sondern richtet sich gezielt an langrüsselige Hummeln, die stark genug sind, die Lippen zu öffnen, und besetzt damit eine bestimmte ökologische Nische. Wer ihm volle Sonne, einen rein mineralischen Boden und eine kompromisslos scharfe Drainage bietet, auf Düngung verzichtet und ihm die Selbstaussaat zugesteht, gewinnt eine faszinierende, feine Kostbarkeit, die authentische Alpenwirkung und einen gezielten Beitrag für langrüsselige Bestäuber verbindet. Setzen Sie es in kleinen Gruppen in eine sonnige Schotterfläche oder Felsfuge und kombinieren Sie es mit weiteren alpinen Spezialisten für ein stimmiges, lebendiges Bild.

Alpen-Leinkraut. Echt heimisch. Echt wild. Nahrung für Wildbienen und Schmetterlinge. Ja natürlich, Gartenbau & Floristik Klaus Hüskes, für Gärten die leben.

Standort / Pflanzplatz
Alpinum/Steingarten
Balkon / Topfgeeignet
Dachbegrünung
Sonnig
trocken/ nährstoffarm
Blütezeit
Herbst (September bis November)
Sommer (Juni bis August)
Nutzung durch den Menschen
Rein zur Zierde
Ökologischer Nutzen
Wildbienenfreundlich
wichtige Raupenfutterpflanze
allgemein
heimische Wildart
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