Thüringer Strauchpappel, Lavatera thuringiaca Produktfoto
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Thüringer Strauchpappel, Lavatera thuringiaca

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✓ Ideal für Balkon & Topf ✓ Sommer ist ihre Hauptblütezeit ✓ Essbare Blüten zum Garnieren von Salaten, oder als besonderer Hingucker auf dem Teller ✓ Ein Zuhause für Wildbienen ✓ Heimische Wildstaude für naturnahe Gärten ✓ Wildstauden für Ihre natürliche Blumenwiesen.
  • ✔ Gedeiht optimal in nährstoffreichen Böden
  • ✔ Verträgt Licht ohne direkte Mittagssonne
  • ✔ Gedeiht optimal an sonnenreichen Standorten.
  • ✔ Essbare Pflanzen – direkt aus dem Garten auf den Tisch
  • ✔ Perfekt geeignet für Kübel, Balkonkästen und Töpfe
  • ✔ Blüht in voller Pracht während der Sommermonate.

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Thüringer Strauchpappel: Seidig rosa Trichterblüten über filzig grauem Laub, ein Sommer voller Blüten an warmen Hängen

Weit geöffnet und fast handtellergroß sitzen die Blüten in den Blattachseln, zartrosa bis malvenfarben und wie aus feinem Seidenpapier gefaltet. Jedes der fünf Kronblätter ist an der Spitze leicht herzförmig eingekerbt. Feine, etwas dunklere Adern laufen strahlenförmig zur Mitte und weisen den Weg ins Innere. Dort ragt eine kräftige weiße Säule empor, dicht besetzt mit Staubbeuteln. Darunter breitet sich das Laub aus: graugrün, weich behaart und so samtig, dass man unwillkürlich darüberstreichen möchte. Die Pflanze wächst aufrecht und buschig aus einer verholzenden Basis. Sie treibt viele Stängel und erreicht stattliche 100 bis 200 Zentimeter, ein lockerer, fast strauchartiger Aufbau, der über Wochen immer neue Knospen öffnet. Die Thüringer Strauchpappel (Lavatera thuringiaca) gehört zu jenen heimischen Wildstauden, die warme, trockene Standorte mit einer Fülle großer Blüten beleben und dabei erstaunlich anspruchslos bleiben.

Was macht diese stattliche Malvenverwandte botanisch so eigen, und wie unterscheidet man sie sicher von der Wilden Malve und der Stockrose? Woher stammt sie, und warum ist sie in vielen Regionen Deutschlands selten geworden? Welchen Wert haben ihre großen, offenen Blüten für Hummeln und Wildbienen, und was steckt hinter ihrem auffällig großen Pollen? Und worauf kommt es an, wenn man ihr im naturnahen Garten einen dauerhaften Platz geben möchte? Diese Beschreibung zeigt die wichtigsten Merkmale der Thüringer Strauchpappel, ihre Herkunft, ihre ökologische Einordnung und die beste Verwendung im Garten. Dazu kommen klare Hinweise zu passenden Pflanzpartnern sowie zu Aussaat und Pflege.

Steckbrief: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Botanischer Name: Lavatera thuringiaca L. (in neuerer Systematik auch als Malva thuringiaca geführt)
  • Deutscher Name: Thüringer Strauchpappel, Thüringer Strauchmalve
  • Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
  • Lebensform: ausdauernde Staude mit halbstrauchigem, am Grund verholzendem Wuchs und tiefreichender Pfahlwurzel
  • Wuchshöhe: meist 100 bis 200 Zentimeter, vielstängelig und buschig
  • Blütezeit: lang, meist von Juni bis September
  • Blütenfarbe: zartrosa bis malvenfarben, mit feinen dunkleren Adern
  • Blütenform: große, trichterförmig bis schalig geöffnete Einzelblüten mit fünf eingekerbten Kronblättern und zentraler Staubblattsäule
  • Außenkelch: dreiteilig, die Blättchen am Grund miteinander verwachsen
  • Laub: graugrün, weichfilzig behaart, rundlich bis drei- bis fünflappig, obere Blätter tiefer gelappt
  • Frucht: scheibenförmige Spaltfrucht, die in zahlreiche Teilfrüchte zerfällt
  • Standort: vollsonnig, warm, trocken bis mäßig frisch
  • Boden: durchlässig, nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich, kalkverträglich, gern lehmig oder lössig
  • Aussaat: Frühjahr direkt an Ort und Stelle, flach säen
  • Winterhärte: sehr gut, vollständig frosthart
  • Floristischer Status: einheimisch, in Deutschland regional gefährdet und in mehreren Bundesländern auf der Roten Liste geführt
  • Verwendung: naturnahe Staudenbeete, Trockenhänge, Böschungen, warme Mauerfüße, Gehölzsäume
  • Ökologische Bedeutung: Pollen- und Nektarquelle für Hummeln und weitere polylektische Wildbienen über einen langen Sommerzeitraum; Malvengewächse dienen zudem spezialisierten Insekten als Nahrung

Botanischer Blick: Woran man die Thüringer Strauchpappel erkennt

Die Thüringer Strauchpappel ist eine ausdauernde Staude aus der Familie der Malvengewächse. Sie treibt eine kräftige, tief in den Boden reichende Pfahlwurzel und bildet über die Jahre einen vielstängeligen Busch. Am Grund verholzen die Triebe etwas, weiter oben bleiben sie krautig und weich behaart. Daher rührt der Name „Strauchpappel“: Sie wirkt wie ein kleiner Strauch, zieht aber im Winter oberirdisch weitgehend ein.

Was verrät der genaue Blick auf ihren Bau? Zuerst das Laub. Die Blätter sind langgestielt, die unteren eher rundlich mit flachen Lappen, die oberen deutlich tiefer drei- bis fünflappig. Ihre Oberfläche ist von feinen Sternhaaren bedeckt, die dem Laub den graugrünen, filzigen Schimmer geben. Diese Behaarung ist mehr als Zierde. Sie bremst die Verdunstung und reflektiert einen Teil der Sonnenstrahlung, eine nützliche Anpassung an heiße, trockene Standorte.

Dann die Blüte. Sie sitzt einzeln oder zu wenigen in den Blattachseln, auf langen Stielen, und misst oft fünf bis acht Zentimeter im Durchmesser. Typisch für Malvengewächse ist die Staubblattsäule in der Mitte. Die Staubfäden sind zu einer Röhre verwachsen, durch die der Griffel hindurchwächst. Interessant ist die zeitliche Abfolge: Zuerst öffnen sich die Staubbeutel und geben ihren Pollen frei, erst später spreizen sich die Narbenäste. So wird Fremdbestäubung begünstigt, denn eine Blüte bietet in ihrer ersten Phase vor allem Pollen und ist erst danach empfangsbereit.

Und wie hält man sie von ihren Verwandten auseinander? Hier lohnt der Blick unter die Blüte, auf den sogenannten Außenkelch. Das ist ein zusätzlicher Kranz kleiner Hochblätter direkt unterhalb des eigentlichen Kelchs.

  • Wilde Malve (Malva sylvestris): Ihr Außenkelch besteht aus drei freien, nicht miteinander verwachsenen Blättchen. Die Blüten sind kleiner, meist zwei bis vier Zentimeter groß, kräftiger purpurrosa und mit deutlich dunklen Streifen gezeichnet. Das Laub ist grün und kaum filzig, die Pflanze bleibt meist unter einem Meter.
  • Thüringer Strauchpappel (Lavatera thuringiaca): Ihr Außenkelch ist ebenfalls dreiteilig, die drei Blättchen sind jedoch am Grund miteinander verwachsen. Genau dieses Merkmal trennt die Strauchpappeln klassisch von den Malven. Dazu kommen die größeren, zarter gefärbten Blüten, das graufilzige Laub und der buschig-strauchige Wuchs.
  • Stockrose (Alcea rosea): Sie trägt einen Außenkelch aus sechs bis neun verwachsenen Blättchen. Ihre Blüten sitzen fast stiellos an einem langen, meist unverzweigten Blütenschaft, der kerzengerade bis über zwei Meter aufragt. Zudem ist die Stockrose eine Gartenpflanze aus Vorderasien und bei uns nicht heimisch.

Wer also Außenkelch, Blütengröße und Laub zusammen betrachtet, bestimmt die Thüringer Strauchpappel sicher.

Herkunft und Einordnung: Eine Pflanze der kontinentalen Wärme

Die Thüringer Strauchpappel ist bei uns floristisch als einheimisch eingestuft. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Mittel- und Osteuropa über Südosteuropa bis weit nach Westasien. Sie ist eine Pflanze des kontinentalen Klimas: heiße, trockene Sommer, kalte Winter, wenig Niederschlag. In Deutschland liegt ihr Schwerpunkt deshalb im Osten, besonders im mitteldeutschen Trockengebiet rund um das Thüringer Becken und in Sachsen-Anhalt. Der Name verrät es bereits. Nach Westen hin wird sie deutlich seltener.

Wo fühlt sie sich ursprünglich zu Hause? Ihr Lebensraum sind warme, trockene Grasfluren, sonnige Wald- und Gebüschränder, Raine und Wegränder, Weinbergsränder sowie Böschungen und Dämme. Gern wächst sie auf lockeren, kalkhaltigen Lehm- und Lössböden. Oft besiedelt sie dabei Stellen, die gelegentlich gestört werden, an denen der Boden offen liegt und hohe Konkurrenz fehlt. Ihre tiefe Pfahlwurzel erschließt Wasser aus tieferen Bodenschichten. Das erklärt, warum sie auch in trockenen Sommern weiterblüht, wenn flach wurzelnde Nachbarn längst schlappmachen.

Hier ist eine ehrliche Einordnung wichtig, gerade weil sie den Wert dieser Art unterstreicht. Die Thüringer Strauchpappel ist in Deutschland vielerorts selten geworden. In mehreren Bundesländern wird sie auf der Roten Liste geführt, regional gilt sie als gefährdet oder stark gefährdet. Die Gründe sind bekannt: Wegränder und Raine werden zu häufig oder zu früh gemäht, Säume verschwinden durch intensive Landwirtschaft, Böschungen verbuschen oder werden mit Nährstoffen überfrachtet. Wer ihr im Garten Raum gibt, rettet damit keine Wildpopulation. Er hilft aber, eine selten gewordene Art sichtbar zu halten und ein Stück jenes warmen Saumlebensraums nachzubilden, von dem auch viele Insekten abhängen. Am besten greift man dabei auf Saatgut oder Pflanzen gebietseigener Herkunft zurück.

Ökologische Bedeutung: Große Blüten, großer Pollen, langer Sommer

Wer eine blühende Strauchpappel an einem heißen Julitag beobachtet, sieht schnell, wer hier zu Gast ist. Dicke Hummeln landen auf den breiten Kronblättern, krabbeln zur Mitte und arbeiten sich um die Staubblattsäule herum. Wenn sie wieder abheben, sind sie oft über und über mit hellem Pollen gepudert. Doch was macht diese Blüte für Insekten eigentlich so interessant?

Die Antwort beginnt beim Bau. Die Blüte ist weit geöffnet, die Staubblattsäule steht frei in der Mitte. Am Grund der Kronblätter sitzen Nektarien, deren Nektar zwischen den Blütenblattbasen gut erreichbar ist. Daraus folgt die ökologische Funktion: Pollen und Nektar liegen offen bereit, auch ohne lange Rüssel. Die Thüringer Strauchpappel ist als Pollen- und Nektarquelle heimischer Wildbienen dokumentiert. Zu ihren Besuchern zählen vor allem Hummeln, dazu weitere polylektische Arten, also Bienen, die Pollen an vielen verschiedenen Pflanzen sammeln, darunter auch Blattschneiderbienen. Ergänzt wird das Spektrum durch Honigbienen und Schwebfliegen.

Eine Besonderheit verdient eigene Erwähnung. Der Pollen der Malvengewächse ist ungewöhnlich groß und mit feinen Stacheln besetzt. Nicht jede Biene kann ihn gut transportieren. Kräftige, dicht behaarte Arten wie Hummeln kommen damit gut zurecht. Daneben gibt es in Mitteleuropa Spezialisten, die ihren Pollen bevorzugt oder ausschließlich an Malvengewächsen sammeln, etwa die seltene Malven-Langhornbiene. Ob eine solche Art im eigenen Garten erscheint, hängt allerdings stark von der Region und den umliegenden Lebensräumen ab. In den meisten Gärten ist sie nicht zu erwarten.

Auch jenseits der Blüte spielt die Familie eine Rolle. Malvengewächse sind Raupenfutterpflanzen, unter anderem für den wärmeliebenden Malven-Dickkopffalter, einen kleinen, unscheinbaren Tagfalter. Seine Raupen spinnen Blätter zu kleinen Tüten zusammen und fressen darin geschützt. Auch hier gilt: Ob der Falter vorkommt, entscheidet das regionale Umfeld, nicht die einzelne Pflanze.

Warum ist die lange Blütezeit so bedeutsam? Von Juni bis in den September öffnet die Strauchpappel Knospe um Knospe. Gerade im Hoch- und Spätsommer, wenn viele Wiesen gemäht und manche Frühsommerblüher verblüht sind, wird das Angebot an trockenen Standorten knapp. Eine kräftige Pflanze kann dann über Wochen hinweg verlässlich Nahrung liefern, nicht spektakulär an einem einzelnen Tag, sondern beständig über die ganze Saison.

Hier ist zugleich die gebotene Zurückhaltung angebracht. Die meisten Besucher der Thüringer Strauchpappel sind Generalisten, die auch an vielen anderen Blüten Nahrung finden. Ihr Wert liegt also nicht in einer exklusiven Einzelbeziehung, sondern im großen, offen zugänglichen und lange verfügbaren Angebot. Welche Insekten tatsächlich erscheinen, hängt von der Umgebung, dem übrigen Blütenangebot und dem lokalen Artenbestand ab. Eine einzelne Pflanze ist ein Anfang. Ein warmer Saum mit mehreren Strauchpappeln und passenden Begleitern wird zu einem echten Sammelplatz.

Gartenwert und Wirkung: Statur und Leichtigkeit zugleich

Manche Stauden überzeugen durch eine kurze, prächtige Blüte, andere durch ihre Ausdauer. Die Thüringer Strauchpappel verbindet beides. Mit ihrer stattlichen Höhe und dem buschigen Aufbau wirkt sie fast wie ein Sommerstrauch, doch die zartrosa Blüten und das silbrig schimmernde Laub nehmen ihr jede Schwere. Sie ist präsent, ohne zu erdrücken.

Gerade diese Mischung macht sie gestalterisch wertvoll. Im Staudenbeet setzt sie einen hohen, ruhigen Akzent im Hintergrund. An einer Böschung oder vor einer sonnigen Mauer bildet sie einen natürlichen Blickfang, der den ganzen Sommer trägt. Das Graugrün ihrer Blätter verbindet sich harmonisch mit dem Blau von Natterkopf und Wiesen-Salbei, dem Violett des Dosts und dem Gelb der Königskerzen. Zusammen entsteht ein Bild, das an sonnige Raine und Weinbergsränder erinnert.

Vielleicht liegt ihr besonderer Reiz darin, dass sie genau dort aufblüht, wo andere Pflanzen aufgeben: in der Sommerhitze, auf trockenem Grund, ohne Gießkanne. Wer sonnige, karge Stellen nicht als Problem, sondern als eigenen Lebensraum versteht, findet in ihr eine robuste, lange blühende und ehrlich heimische Partnerin.

Verwendung im Garten und Naturgarten

Im Garten gehört die Thüringer Strauchpappel an vollsonnige, warme Standorte mit durchlässigem Boden. Lockere Lehm-, Löss- oder sandig-lehmige Böden sind ideal, Kalk verträgt sie gut. Sie kommt mit mageren bis mäßig nährstoffreichen Verhältnissen zurecht. Auf schweren, nassen oder verdichteten Böden fühlt sie sich dagegen nicht wohl, denn dort droht der Wurzelstock zu faulen. Auch Schatten mag sie nicht, sie wird dann lang, kippt leicht und blüht spärlich.

Da sie eine tiefe Pfahlwurzel bildet, sollte sie von Anfang an ihren endgültigen Platz bekommen. Ältere Pflanzen lassen sich kaum noch umsetzen. Planen Sie etwa einen Quadratmeter Fläche pro Pflanze ein, denn sie wird breit und buschig.

Besonders gut eignen sich die Pflanzen für:

  • naturnahe, sonnige Staudenbeete als hoher Hintergrund
  • Trockenhänge und Böschungen mit durchlässigem Untergrund
  • warme Mauerfüße und Hauswände in Südlage
  • sonnige Gehölz- und Heckensäume als blühender Übergang
  • extensive Wildblumenflächen auf lehmigem, kalkhaltigem Boden
  • Flächen, auf denen gezielt ein Sommerangebot für Hummeln und Wildbienen entstehen soll

Ein praktischer Hinweis: An windigen Standorten können die hohen Triebe nach kräftigem Regen auseinanderfallen. Ein Platz im Windschatten einer Mauer oder Hecke hilft. Ebenso eine Pflanzung im lockeren Verbund mit anderen kräftigen Stauden, die sich gegenseitig stützen.

Passende Pflanzpartner: Gefährten warmer, trockener Säume

Die besten Pflanzpartner sind weitere heimische Arten trockenwarmer Lebensräume, die dieselben Ansprüche an Sonne und durchlässigen Boden mitbringen. In solchen Kombinationen ergänzen sich Blütezeiten, Farben und Blütenformen. So finden Insekten mit kurzen und langen Rüsseln über die ganze Saison hinweg Nahrung.

Sehr stimmig wirken zum Beispiel:

  • Gewöhnlicher Dost (Origanum vulgare) für duftende, violettrosa Blütenstände im Hochsommer, die von Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen gleichermaßen besucht werden
  • Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) für tiefblaue Lippenblüten im Frühsommer, die das Blütenangebot vor der Strauchpappel eröffnen und Hummeln anziehen
  • Gewöhnlicher Natterkopf (Echium vulgare) als zweijähriger, blau blühender Partner mit reichem Nektar- und Pollenangebot über viele Wochen
  • Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa) für purpurne Blütenköpfe, die zahlreiche Wildbienen und Tagfalter versorgen und kalkhaltige Böden lieben
  • Königskerzen (Verbascum-Arten) wie die Schwarze oder die Mehlige Königskerze für gelbe Blütenkerzen, die einen senkrechten Kontrast zum buschigen Wuchs der Strauchpappel setzen
  • Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) für lilablaue Blütenköpfe, die von Wildbienen und Schmetterlingen gern angeflogen werden und auch Spezialisten unter den Sandbienen Nahrung bieten

Solche Kombinationen leben vom Zusammenspiel der Höhen und Farben. Wiesen-Salbei und Witwenblume eröffnen den Reigen im Frühsommer, Natterkopf und Königskerzen ragen in die Höhe, Dost und Flockenblume tragen das Angebot durch den Hochsommer. Die Strauchpappel begleitet sie alle bis in den September. So entsteht ein kleines Stück sonniger Saum, ein lebendiger Ort für viele Insekten im eigenen Garten.

Aussaat und Pflege: Wenig Aufwand, lange Wirkung

Die Thüringer Strauchpappel zählt zu den genügsamen heimischen Wildstauden. Wer ihr den richtigen Standort gibt, hat danach kaum noch Arbeit. Entscheidend sind Sonne, ein durchlässiger Boden und ein Platz, an dem sie dauerhaft bleiben darf.

So gehen Sie bei Aussaat oder Pflanzung vor:

  1. Zeitpunkt wählen: Säen oder pflanzen Sie im Frühjahr, etwa von April bis Mai. Dann wurzeln die jungen Pflanzen vor der Sommerhitze gut ein. Eine Pflanzung im Frühherbst ist ebenfalls möglich.
  2. Standort vorbereiten: Lockern Sie eine vollsonnige Stelle tiefgründig auf. Schwere Böden magern Sie mit Kies oder grobem Sand ab. Auf Dünger und viel Kompost verzichten Sie.
  3. Flach säen: Säen Sie die Samen direkt an Ort und Stelle und drücken Sie sie nur an oder übersieben Sie sie hauchdünn. Sie keimen am besten nahe der Oberfläche. Wegen der Pfahlwurzel ist die Direktsaat dem späteren Umpflanzen vorzuziehen.
  4. Keimung abwarten: Halten Sie die Fläche bis zur Keimung gleichmäßig leicht feucht. Die Samen haben eine harte Schale, und die Keimung kann sich etwas hinziehen. Etwas Geduld lohnt sich.
  5. Vorgezogene Pflanzen setzen: Wer Topfpflanzen verwendet, setzt sie mit intaktem Wurzelballen ein und gießt kräftig an. Danach nur noch in den ersten Wochen wässern.
  6. Etablieren lassen: Im ersten Jahr bildet die Pflanze vor allem Wurzeln und Laub. Die volle Blüte zeigt sich meist ab dem zweiten Jahr.

Und die Pflege danach? Sie ist schnell erklärt. Eingewachsene Pflanzen sind dank ihrer tiefen Wurzel ausgesprochen trockenheitsverträglich und brauchen kein zusätzliches Gießen. Düngen ist nicht nötig, denn zu viele Nährstoffe machen die Triebe weich und kippanfällig. Lassen Sie die verblühten Triebe über den Winter stehen. Die Fruchtstände bieten Struktur, und in den hohlen Stängeln können Insekten überwintern. Schneiden Sie die Pflanze erst im späten Winter oder zeitigen Frühjahr bodennah zurück, bevor der neue Austrieb erscheint.

Die Thüringer Strauchpappel ist ausdauernd, einzelne Pflanzen können aber nach einigen Jahren nachlassen. Das ist kein Grund zur Sorge, denn an passenden Standorten sät sie sich behutsam selbst aus. Lassen Sie einige Fruchtstände ausreifen und halten Sie in der Nähe kleine offene Bodenstellen frei. So erneuert sich der Bestand von selbst.

Fazit: Ein selten gewordenes Stück Sommerwärme für den Garten

Die Thüringer Strauchpappel bringt Statur und Leichtigkeit zugleich in den Garten. Über graugrünem, weichfilzigem Laub öffnet sie von Juni bis September große, zartrosa Trichterblüten mit kräftiger Staubblattsäule. Ihr buschiger, bis zu zwei Meter hoher Wuchs macht sie zum ruhigen Blickfang an warmen, trockenen Stellen. Ihre tiefe Pfahlwurzel und die filzige Behaarung erlauben ihr, auch Hitze und Trockenheit gelassen zu überstehen. Als offene Blüte mit gut erreichbarem Pollen und Nektar dient sie vor allem Hummeln und weiteren polylektischen Wildbienen über einen langen Sommerzeitraum als verlässliche Nahrungsquelle. Ihr Wert entsteht dabei aus dem beständigen Angebot, nicht aus einer einzelnen spektakulären Beziehung.

Ehrlich eingeordnet ist sie eine echte heimische Wildstaude der kontinentalen Trockengebiete, die in Deutschland regional selten geworden ist und in mehreren Bundesländern auf der Roten Liste steht. Genau darin liegt der doppelte Wert ihrer Ansiedlung: Sie verbindet einen langen, insektenfreundlichen Blütenflor mit einem Beitrag zum Erhalt einer selten gewordenen Art. Säen oder pflanzen Sie sie im Frühjahr an einen vollsonnigen Platz mit durchlässigem Boden, verzichten Sie auf Dünger und Nässe, lassen Sie die Triebe bis zum späten Winter stehen und kombinieren Sie sie mit Dost, Wiesen-Salbei und Natterkopf, um ihre volle ökologische und gestalterische Wirkung zu entfalten.

Thüringer Strauchpappel. Echt heimisch. Echt wild. Echt insektenfreundlich. Ja natürlich, Gartenbau & Floristik Klaus Hüskes, für Gärten die leben.

Standort / Pflanzplatz
Balkon / Topfgeeignet
Blumenwiese
Feuchte, humusreiche Beete
Halbschattig
Sonnig
Blütezeit
Sommer (Juni bis August)
Nutzung durch den Menschen
Essbare Blüten
Essbare Pflanzenteile
Ökologischer Nutzen
Wildbienenfreundlich
allgemein
heimische Wildart
Pflanzenpass /Plant Passport DE-NW-1103932
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