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Jungpflanze Weißer Mauerpfeffer Weiße Fetthenne Sedum album
- ✔ Ideal für magere und trockene Böden
- ✔ Eine traditionelle Heilpflanze in der Volksmedizin.
- ✔ Fördert seltene und heimische Wildbienen
- ✔ Ideal für extensive und trockene Dachbegrünung
- ✔ Blüht in voller Pracht während der Sommermonate.
- ✔ Essbare Pflanzen – direkt aus dem Garten auf den Tisch
Diese Pflanze erhalten Sie als kräftige Jungpflanze mit einem gut durchwurzelten Wurzelballen von ca. 6 cm Durchmesser und 4,5 cm Tiefe.
Unsere Jungpflanzen werden in professionellen Anzuchtplatten kultiviert und sind eine preisgünstige Alternative zu unseren größeren Wildstauden im 11- oder 12-cm-Topf.
Sie eignen sich besonders für größere Pflanzungen, Naturgärten und alle Gartenfreunde, die mit etwas Geduld viele Pflanzen zu einem attraktiven Preis erwerben möchten.
Nachfolgend finden Sie die ausführliche Pflanzenbeschreibung:
Weißer Mauerpfeffer: Pralle grüne Perlen auf nacktem Stein, gekrönt von einem Schleier aus weißen Sternen
Dicht an dicht drängen sich die kleinen Blättchen auf dem Fels: rundlich, glatt und prall wie winzige grüne Perlen. Fährt man mit der Hand darüber, fühlen sie sich kühl und fest an, fast wie Wachs. Wo die Sonne lange auf den Stein brennt und kaum Regen fällt, färben sie sich rötlich bis weinrot. Im Hochsommer wirkt das Polster dann wie mit Rost überzogen. Darüber erheben sich schlanke Stängel mit lockeren, schirmartigen Blütenständen. Dort öffnen sich zahllose kleine, fünfzählige Sternblüten in reinem Weiß, manchmal zart rosa überhaucht. Aus ihrer Mitte ragen die Staubblätter wie feine Strahlen hervor. In voller Blüte liegt ein heller, flirrender Schleier über dem dunklen Polster, und darauf summt und krabbelt es von kleinen Bienen, Schwebfliegen und Käfern. Der Weiße Mauerpfeffer (Sedum album), auch Weiße Fetthenne genannt, gehört zu jenen heimischen Wildpflanzen, die selbst auf nacktem Stein, auf Mauerkronen und kargen Dächern einen lebendigen, blühenden Teppich entstehen lassen.
Wie gelingt es einer Pflanze, dort zu leben, wo andere längst vertrocknet sind? Was steckt hinter den prallen Blättchen und ihrer wechselnden Farbe? Wie unterscheidet man die Weiße Fetthenne sicher vom gelb blühenden Scharfen Mauerpfeffer? Woher stammt sie, und welchen Platz nimmt sie in unserer heimischen Felsflora ein? Welchen Wert haben ihre offenen Sternblüten für Wildbienen und andere Insekten, und worauf kommt es an, wenn man sie im naturnahen Garten oder auf dem Dach ansiedeln möchte? Diese Expertenbeschreibung zeigt die wichtigsten Merkmale des Weißen Mauerpfeffers, seine Herkunft, seine ökologische Einordnung und die beste Verwendung im Garten. Dazu kommen klare Hinweise zu passenden Pflanzpartnern sowie zu Pflanzung, Vermehrung und Pflege.
Steckbrief: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
- Botanischer Name: Sedum album L.
- Deutscher Name: Weißer Mauerpfeffer, Weiße Fetthenne
- Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
- Lebensform: ausdauernde, wintergrüne, sukkulente Staude mit kriechenden, sich bewurzelnden Trieben
- Wuchshöhe: Polster meist 5 bis 10 Zentimeter, Blütenstängel bis etwa 20 Zentimeter
- Blütezeit: meist von Juni bis August
- Blütenfarbe: weiß, gelegentlich zart rosa überhaucht
- Blütenform: kleine, fünfzählige Sternblüten in lockeren, schirmartigen Trugdolden
- Laub: walzenförmige bis leicht abgeflachte, fleischige Blättchen, glatt und kahl, bei Sonne und Trockenheit rötlich verfärbt
- Besonderheit im Stoffwechsel: speichert Wasser in den Blättern und nutzt den wassersparenden CAM-Stoffwechsel
- Standort: vollsonnig, warm, trocken
- Boden: mineralisch, steinig, sandig bis kiesig, nährstoffarm, sehr durchlässig; verträgt Kalk gut
- Pflanzung und Vermehrung: Pflanzung im Frühjahr oder Frühherbst; Vermehrung sehr leicht über Triebstücke, Aussaat als Lichtkeimer möglich
- Winterhärte: sehr gut, vollständig frosthart
- Floristischer Status: einheimisch, bundesweit ungefährdet
- Verwendung: Dachbegrünung, Trockenmauer, Steingarten, Kies- und Schotterflächen, Fugen, Pflanzgefäße
- Besonderheit: offen zugängliche Blüten mit Pollen und Nektar für kleine Wildbienen, Schwebfliegen und Käfer; Raupenfutterpflanze des seltenen Apollofalters
Botanischer Blick: Woran man den Weißen Mauerpfeffer erkennt
Der Weiße Mauerpfeffer ist eine ausdauernde, wintergrüne Staude aus der Familie der Dickblattgewächse. Seine Triebe kriechen über den Boden, wurzeln an den Knoten und verzweigen sich immer wieder. So entstehen mit den Jahren dichte, flache Matten, die Steine, Mauerritzen und Kiesflächen wie ein lebendiger Überzug bedecken. Im Frühsommer wachsen daraus aufrechte, nur locker beblätterte Blütenstängel empor.
Was verrät der genaue Blick auf seinen Bau? Vor allem eines: Hier ist alles auf das Sparen von Wasser ausgelegt. Die Blättchen sind etwa vier bis zwölf Millimeter lang, walzenförmig oder oberseits leicht abgeflacht und stumpf gerundet. Sie stehen wechselständig und eher locker am Trieb, glatt und kahl, mit einer festen Oberhaut. Im Inneren liegt ein wasserspeicherndes Gewebe, das die Pflanze über längere Trockenzeiten mit Reserven versorgt. Die rötliche Färbung bei starker Sonne, Trockenheit oder Kälte entsteht durch rote Pflanzenfarbstoffe, die das Gewebe vor zu viel Licht schützen. Grün im Frühjahr, rötlich im Hochsommer, oft wieder grüner nach Regen: Das Polster zeigt auf diese Weise recht genau an, unter welchen Bedingungen es gerade lebt.
Die Blüten sind klein, aber zahlreich. Fünf weiße, spitz zulaufende Kronblätter bilden einen Stern von etwa sechs bis neun Millimetern Durchmesser. Zehn Staubblätter, oft mit dunkel rötlichen Staubbeuteln, umgeben fünf aufrechte Fruchtblätter. Viele dieser Sterne sitzen gemeinsam in einem lockeren, schirmartigen Blütenstand, der aus der Ferne wie ein weißer Hauch über dem Polster liegt.
Und wie hält man ihn vom Scharfen Mauerpfeffer (Sedum acre) auseinander, der oft am selben Standort wächst? Zwei Merkmale schaffen sofort Klarheit. Zum einen die Blütenfarbe: Der Scharfe Mauerpfeffer blüht leuchtend gelb und etwas früher im Jahr, der Weiße Mauerpfeffer dagegen weiß. Zum anderen die Blätter: Beim Scharfen Mauerpfeffer sind sie kürzer, dicklich-eiförmig und liegen dachziegelartig dicht übereinander. Ihr Saft schmeckt brennend scharf, daher der Name „Mauerpfeffer“, und die Art gilt als schwach giftig. Die Blättchen des Weißen Mauerpfeffers sind länger, walzlicher, stehen lockerer und schmecken nur mild. Eine Kostprobe ist zur Bestimmung allerdings unnötig, denn Blütenfarbe und Blattform reichen völlig aus.
Herkunft und Einordnung: Ein echter heimischer Felsbewohner
Der Weiße Mauerpfeffer ist bei uns floristisch als einheimisch eingestuft. Sein Verbreitungsgebiet reicht über weite Teile Europas bis nach Nordafrika und Westasien. In Deutschland ist er vor allem im Süden und in den Mittelgebirgen mit ihren Felsen und Kalkhängen zu Hause. Im nördlichen Tiefland begegnet man ihm häufig an Mauern, Bahndämmen und auf Dächern, wo er sich teils auch aus Gärten heraus angesiedelt hat.
Wo fühlt er sich ursprünglich wohl? Sein natürlicher Lebensraum sind Felsköpfe, Felsbänder und Felsschutt, offene Kalk- und Sandmagerrasen, lückige Trockenrasen sowie alte Mauern und Steinriegel. Pflanzensoziologisch gehört er zu den Gesellschaften der Felsgrus- und Sandtrockenrasen auf flachgründigen, rasch austrocknenden Böden. Besonders häufig wächst er auf kalkhaltigem Gestein, kommt aber auch auf Silikatfels und Sand zurecht. Die ökologischen Zeigerwerte zeichnen ein klares Bild: eine ausgesprochene Lichtpflanze warmer Lagen, ein Anzeiger für Trockenheit und für nährstoffarme Verhältnisse.
Doch wie hält eine Pflanze das aus, auf Stein, der sich im Sommer stark aufheizt und auf dem Wasser sofort abläuft? Neben dem Wasserspeicher in den Blättern hilft ihr ein besonderer Stoffwechsel: der sogenannte CAM-Stoffwechsel. Die Abkürzung steht für „Crassulaceen-Säurestoffwechsel“, benannt nach eben jener Familie der Dickblattgewächse, bei der er zuerst beschrieben wurde. Was bedeutet das im Alltag der Pflanze? Sie öffnet ihre Spaltöffnungen nicht in der Hitze des Tages, sondern in der kühleren Nacht. Dann nimmt sie Kohlendioxid auf und speichert es vorübergehend als Säure in ihren Zellen. Tagsüber bleiben die Spaltöffnungen weitgehend geschlossen, und die Pflanze verarbeitet den gespeicherten Vorrat mithilfe des Sonnenlichts. So verliert sie in der Mittagshitze nur wenig Wasser. Genau diese Strategie erklärt, warum sie auf Felsen und Dächern bestehen kann, auf denen viele andere Stauden verdorren.
Was sagt dieser Lebensraum über ihren Charakter? Viel. Der Weiße Mauerpfeffer ist ein Spezialist für Extreme. Er wächst dort, wo die Erdschicht nur wenige Zentimeter misst und hochwüchsige Konkurrenz kaum Fuß fasst. Genau das ist seine Nische. Auf fettem, feuchtem Gartenboden dagegen würde er rasch überwachsen und an Fäulnis leiden.
Hier ist eine ehrliche Einordnung wichtig. Bundesweit gilt der Weiße Mauerpfeffer als ungefährdet, er ist verbreitet und anpassungsfähig. Seine natürlichen Lebensräume, offene Felsfluren und Trockenrasen, sind jedoch vielerorts durch Verbuschung, Nährstoffeinträge und Bebauung kleiner geworden. Wer ihm im Garten oder auf dem Dach Raum gibt, rettet also keine seltene Art. Er schafft aber ein Stück jenes trockenen, offenen Lebensraums, den viele an Wärme und Trockenheit angepasste Insekten brauchen, und das an Orten, die sonst oft ungenutzt bleiben.
Ökologische Bedeutung: Kleine Sterne als offener Tisch
Wer ein blühendes Polster an einem warmen Julitag aus der Nähe betrachtet, entdeckt reges Treiben auf engstem Raum. Kleine, unscheinbare Bienen laufen von Stern zu Stern, Schwebfliegen stehen kurz in der Luft und landen, winzige Käfer krabbeln zwischen den Staubblättern. Was macht diese kleinen Blüten so anziehend?
Die Antwort liegt in ihrem Bau. Die Sternblüten sind flach und weit geöffnet, Nektar und Pollen liegen ohne Hindernis frei. Daraus folgt die ökologische Funktion: Auch Insekten mit kurzem Rüssel, die an tiefen Röhrenblüten scheitern, erreichen hier ihre Nahrung. Am Grund der Fruchtblätter sitzen kleine Nektarschüppchen, die Staubbeutel liefern den Pollen. Der Weiße Mauerpfeffer ist als Pollenquelle heimischer Wildbienen dokumentiert. Zu seinen Besuchern zählen vor allem kleine, polylektische Arten wie Furchen- und Maskenbienen, also Bienen, die Pollen an vielen verschiedenen Pflanzen sammeln. Dazu kommen Honigbienen, Schwebfliegen, Käfer und gelegentlich Falter.
Warum ist die Blütezeit dabei so bedeutsam? Weil sie in die Hochsommermonate Juni bis August fällt, wenn viele Wiesen gemäht und manche Frühjahrsblüher längst verblüht sind. Auf trockenen, mageren Flächen ist das Blütenangebot in dieser Zeit oft knapp. Ein größeres Mauerpfefferpolster kann dort über mehrere Wochen eine verlässliche Nahrungsquelle bilden, gerade auf Dächern oder Mauern, wo sonst kaum etwas blüht.
Eine besondere Beziehung verdient eigene Erwähnung. Der Weiße Mauerpfeffer ist eine wichtige Raupenfutterpflanze des Roten Apollofalters (Parnassius apollo). Dieser große, auffällige Falter ist bei uns stark gefährdet und kommt nur noch an wenigen warmen Felshängen vor, etwa an der Mosel. Seine Raupen fressen an den fleischigen Blättchen der Fetthenne. Hier ist allerdings Zurückhaltung geboten: Im Hausgarten wird der Apollo nicht erscheinen. Die Beziehung zeigt jedoch, wie eng Pflanze und Tier in natürlichen Felslebensräumen miteinander verflochten sind.
Und welchen Wert hat das Polster jenseits der Blüte? Die dichten Matten beschatten den Stein ein wenig, halten etwas Feuchtigkeit und bieten Spinnen, Asseln und kleinen Käfern Unterschlupf. Offene, besonnte Lücken daneben können bodennistenden Wildbienen Platz zum Graben lassen.
Wie weit reicht der ökologische Wert also? Er liegt nicht in einer spektakulären Einzelbeziehung, sondern im verlässlichen, offen zugänglichen Blütenangebot auf Flächen, die sonst wenig hergeben. Welche Insekten tatsächlich erscheinen, hängt von der Umgebung, dem übrigen Blütenangebot und dem lokalen Artenbestand ab. Ein einzelnes Pflänzchen im Topf bleibt eine Randnotiz. Ein großflächiges Dach oder eine lange Trockenmauer voller blühender Polster dagegen wird zu einem echten Nahrungsplatz.
Gartenwert und Wirkung: Lebendiger Teppich für karge Orte
Manche Pflanzen beeindrucken durch Höhe und Fülle, andere durch ihre Ausdauer an Orten, an denen kaum etwas gedeiht. Der Weiße Mauerpfeffer gehört eindeutig zur zweiten Gruppe. Er verwandelt grauen Stein, nackten Kies und schmale Fugen in eine lebendige, wechselnde Fläche.
Gerade dieser Wechsel macht ihn gestalterisch so reizvoll. Im Frühjahr leuchtet das Polster frischgrün, im Hochsommer überzieht es sich mit warmen Rot- und Kupfertönen, darüber schwebt der weiße Blütenschleier. Im Herbst und Winter bleibt es grün bis rötlich und gibt kahlen Flächen auch in der kalten Jahreszeit Struktur. Mit dem Gelb von Sonnenröschen und Scharfem Mauerpfeffer, dem Pink der Kartäuser-Nelke und dem Violett des Thymians entsteht ein stimmiges Bild, das an warme Felsfluren erinnert.
Vielleicht liegt sein besonderer Wert darin, dass er Flächen erschließt, die oft vergessen werden: das Garagendach, die Mauerkrone, die Fuge zwischen Trittplatten, den Kiesstreifen am Haus. Wer Gestaltung nicht nur im Beet denkt, sondern jeden sonnigen, kargen Winkel als möglichen Lebensraum begreift, findet in ihm einen unkomplizierten, ausdauernden und ehrlich heimischen Partner.
Verwendung im Garten und Naturgarten
Im Garten gehört der Weiße Mauerpfeffer an vollsonnige, warme und trockene Standorte mit mineralischem, sehr durchlässigem Untergrund. Je karger und steiniger der Boden, desto wohler fühlt er sich. Auf humusreicher, feuchter Gartenerde wächst er zwar zunächst kräftig, wird aber weich, anfällig für Fäulnis und schnell von Gräsern überwachsen. Staunässe ist sein größter Feind.
Am schönsten wirkt er in größeren, zusammenhängenden Flächen. Erst dort entsteht der typische, farbwechselnde Teppich, und erst dann wird das Blütenangebot für Insekten spürbar. Durch seine kriechenden Triebe und abbrechende Triebstücke breitet er sich zuverlässig aus und schließt Lücken von selbst.
Besonders gut eignen sich die Pflanzen für:
- extensive Dachbegrünungen auf Garagen, Carports, Gartenhäusern und Flachdächern
- Kronen und Fugen von Trockenmauern und Natursteinmauern
- Steingärten und Felsbeete in voller Sonne
- Kies-, Splitt- und Schotterflächen mit geringer Erdauflage
- Fugen zwischen Trittplatten und Pflaster in wenig begangenen Bereichen
- Schalen, Tröge und Pflanzgefäße auf sonnigen Balkonen und Terrassen
- magere Flächen, auf denen gezielt ein Sommerangebot für kleine Wildbienen entstehen soll
Ein praktischer Hinweis zur Dachbegrünung: Schon eine Substratschicht von etwa sechs bis zehn Zentimetern reicht für ein dauerhaftes Mauerpfefferpolster aus. Wichtig sind ein mineralisches, gut drainierendes Substrat und eine sichere Entwässerung. Wer zusätzlich andere Trockenstauden auf dem Dach ansiedeln möchte, plant an einzelnen Stellen etwas mehr Substrattiefe ein, etwa in Form kleiner Hügel.
Passende Pflanzpartner: Gefährten des sonnigen Steins
Die besten Pflanzpartner sind weitere heimische Arten der Felsfluren, Trockenrasen und Mauern, die dieselben Ansprüche an Sonne, Wärme und einen mageren, durchlässigen Untergrund stellen. In solchen Kombinationen ergänzen sich Blütezeiten, Farben und Wuchsformen, sodass Insekten über einen längeren Zeitraum Nahrung finden.
Sehr stimmig wirken zum Beispiel:
- Sand-Thymian (Thymus serpyllum) für duftende, violett blühende Polster, die eng mit dem Mauerpfeffer verweben und von Wildbienen gern besucht werden
- Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) für leuchtendes Pink auf hohen, schlanken Stielen, deren tiefe Blüten vor allem Faltern Nektar bieten
- Gewöhnliches Sonnenröschen (Helianthemum nummularium) für warmes Gelb und offene, pollenreiche Schalenblüten auf trockenem Grund
- Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre) als gelb blühender Verwandter, der etwas früher blüht und so das Blütenangebot der Fetthennen nach vorn verlängert
- Felsen-Fetthenne (Sedum rupestre) mit graugrünen, nadelartigen Blättchen und gelben Blüten für zusätzliche Struktur im Polster
- Echte Hauswurz (Sempervivum tectorum) mit markanten Rosetten und rosa Blütenständen als klassischer Partner auf Mauern und Dächern
- Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia) für zartes Blauviolett, das zierlich über den Polstern schwebt
- Gewöhnlicher Steinquendel (Acinos arvensis) als kleiner, aromatischer Lippenblütler, der offene Lücken auf kalkhaltigem Grund besiedelt
Solche Kombinationen leben vom Zusammenspiel der Ebenen. Mauerpfeffer, Thymian und Hauswurz bilden die niedrige Grundschicht, Sonnenröschen und Steinquendel füllen die Zwischenräume, Nelke und Glockenblume setzen aufrechte Akzente. So entsteht ein kleines Stück warmer Felsflur, das vom späten Frühjahr bis in den Spätsommer blüht.
Pflanzung, Vermehrung und Pflege: Wenig Aufwand, viel Wirkung
Der Weiße Mauerpfeffer ist ausgesprochen anspruchslos, sofern man seine wenigen Grundbedürfnisse beachtet. Er braucht vor allem Sonne, einen mageren, durchlässigen Untergrund und Schutz vor Nässe. Am einfachsten lässt er sich über Pflanzen oder Triebstücke ansiedeln. Eine Aussaat ist ebenfalls möglich, dauert aber länger.
So gehen Sie bei der Ansiedlung vor:
- Zeitpunkt wählen: Pflanzen Sie im Frühjahr ab April oder im Frühherbst. Dann wurzeln die Pflanzen vor Sommerhitze oder Winter gut ein.
- Untergrund vorbereiten: Wählen Sie eine vollsonnige Stelle. Magern Sie schweren Boden großzügig mit Splitt, Kies oder grobem Sand ab oder verwenden Sie ein mineralisches Substrat. Auf Dünger und Kompost verzichten Sie bewusst.
- Pflanzen oder Triebstücke setzen: Setzen Sie etwa acht bis zwölf Pflanzen pro Quadratmeter. Alternativ streuen Sie fünf bis acht Zentimeter lange Triebstücke auf die Fläche und drücken sie leicht an. Sie bewurzeln sich innerhalb weniger Wochen.
- Aussaat als Alternative: Streuen Sie die staubfeinen Samen im Frühjahr dünn, mit etwas Sand vermischt, auf ein mineralisches Saatbett und drücken Sie sie nur an. Als Lichtkeimer dürfen sie nicht mit Erde bedeckt werden.
- Anfangs behutsam wässern: Halten Sie die Fläche in den ersten drei bis vier Wochen leicht feucht, bis die Pflanzen angewachsen sind. Danach ist Gießen kaum noch nötig.
- Ausbreiten lassen: Geben Sie dem Polster Zeit. Innerhalb von ein bis zwei Jahren schließen sich die Lücken meist von selbst.
Und die Pflege danach? Sie beschränkt sich fast auf das Beobachten. Gießen ist nur bei frisch gepflanzten Beständen in langen Trockenperioden sinnvoll, eingewachsene Polster überstehen Dürre dank ihrer Wasserspeicher gut. Eine rötliche Färbung ist dabei kein Alarmzeichen, sondern eine natürliche Schutzreaktion. Düngen Sie nicht, denn Nährstoffe machen die Pflanzen weich und fördern konkurrierende Gräser. Entfernen Sie in den ersten Jahren aufkommende Gräser und Wurzelunkräuter, bevor sie das Polster durchwachsen. Die verblühten Blütenstände dürfen stehen bleiben, denn sie streuen Samen aus und geben der Fläche Struktur. Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich. Lückige Stellen füllen Sie einfach mit abgezupften Triebstücken auf, sodass sich der Bestand über viele Jahre selbst erneuert.
Fazit: Ein lebendiges Stück Felsflora für den Garten
Der Weiße Mauerpfeffer zeigt, wie viel Leben auf kargem Stein möglich ist. Seine prallen, wasserspeichernden Blättchen und der wassersparende CAM-Stoffwechsel erlauben ihm, auf Felsen, Mauern und Dächern zu bestehen, auf denen kaum eine andere Pflanze überdauert. Grün im Frühjahr, rötlich in Sonne und Trockenheit und wintergrün das ganze Jahr, bildet er dichte, farbwechselnde Polster. Von Juni bis August trägt er zahllose weiße Sternblüten, deren Pollen und Nektar offen zugänglich sind. Dadurch dient er kleinen Wildbienen, Schwebfliegen und Käfern gerade im Hochsommer als verlässliche Nahrungsquelle auf trockenen, sonst blütenarmen Flächen. In seinen natürlichen Felslebensräumen ist er zudem Futterpflanze für die Raupen des seltenen Apollofalters.
Ehrlich eingeordnet ist er eine verbreitete, ungefährdete heimische Art, deren ursprüngliche Lebensräume dennoch kleiner geworden sind. Sein besonderer Wert für den Garten liegt darin, dass er Orte erschließt, die sonst brachliegen: Dächer, Mauerkronen, Kiesflächen und Fugen. Pflanzen Sie ihn in voller Sonne auf mageren, mineralischen Grund, verzichten Sie auf Dünger und Nässe, lassen Sie ihn sich über Triebstücke frei ausbreiten und kombinieren Sie ihn mit Sand-Thymian, Kartäuser-Nelke und Sonnenröschen, um seine volle ökologische und gestalterische Wirkung zu entfalten.
Weißer Mauerpfeffer. Echt heimisch. Echt wild. Echt insektenfreundlich. Ja natürlich, Gartenbau & Floristik Klaus Hüskes, für Gärten die leben.
- Standort / Pflanzplatz
- Dachbegrünung
Sonnig
trocken/ nährstoffarm - Blütezeit
- Sommer (Juni bis August)
- Nutzung durch den Menschen
- Essbare Pflanzenteile
Heilpflanze - Ökologischer Nutzen
- Wildbienenfreundlich
wichtige Raupenfutterpflanze - allgemein
- heimische Wildart