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Jungpflanze Blauer Lein, Stauden-Lein Linum perenne
- ✔ Essbare Pflanzen – direkt aus dem Garten auf den Tisch
- ✔ Fördert seltene und heimische Wildbienen
- ✔ Perfekt geeignet für Kübel, Balkonkästen und Töpfe
- ✔ Blüht in voller Pracht während der Sommermonate.
- ✔ Essbare Blüten – ein Genuss für Augen und Gaumen.
- ✔ Lockt Bienen, Hummeln & Co. an
Linum perenne – Blauer Lein für naturnahe Gärten und lebendige Vielfalt
Bringen Sie mit der heimischen Wildstaude Linum perenne, dem Blauen Lein, die Schönheit der Natur direkt in Ihren Garten oder auf Ihren Balkon. Diese elegante Staude begeistert mit ihren himmelblauen, schalenförmigen Blüten, die von Juni bis August Ihre Außenbereiche in eine leuchtende, sommerliche Oase verwandeln. Mit einer Wuchshöhe von 20 bis 60 cm und einem grazilen, aufrechten Wuchs ist der Blaue Lein nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch ein wichtiger Helfer für die Natur.
Diese Pflanze erhalten Sie als kräftige Jungpflanze mit einem gut durchwurzelten Wurzelballen von ca. 6 cm Durchmesser und 4,5 cm Tiefe.
Unsere Jungpflanzen werden in professionellen Anzuchtplatten kultiviert und sind eine preisgünstige Alternative zu unseren größeren Wildstauden im 11- oder 12-cm-Topf.
Sie eignen sich besonders für größere Pflanzungen, Naturgärten und alle Gartenfreunde, die mit etwas Geduld viele Pflanzen zu einem attraktiven Preis erwerben möchten.
Nachfolgend finden Sie die ausführliche Pflanzenbeschreibung:
Blauer Lein: Himmelblaue Blütensterne über feinem, grasgrünem Laub
Auf schlanken, aufrechten Stängeln mit schmalen, blaugrünen Blättchen öffnen sich weit ausgebreitete Blüten von einem klaren, leuchtenden Himmelblau, das über kargen, sonnigen Flächen fast zu schweben scheint. Jede Blüte besteht aus fünf zarten, seidig glänzenden Kronblättern, die sich zu einer flachen, offenen Schale legen und in der Mitte ein feines Spiel aus hellen Staubblättern zeigen. Bewegt sich der Wind, wiegen sich die dünnen Stängel elastisch hin und her, und der ganze Bestand gerät in ein sanftes, blaues Flimmern. Der Blaue Lein (Linum perenne) gehört zu jenen heimischen Wildstauden, die magere, sonnendurchflutete Trockenrasen mit einer luftigen, unverwechselbar blauen Blütenfülle beleben.
Was zeichnet Linum perenne botanisch aus? Woher stammt der Blaue Lein, und wie fügt er sich in einen naturnahen Garten ein? Welchen Wert haben seine offenen Schalenblüten für Wildbienen und Schmetterlinge, und worauf kommt es bei Standort, Pflege und Verwendung wirklich an? Diese Expertenbeschreibung zeigt die wichtigsten Merkmale des Blauen Leins, seine Herkunft, seine ökologische Einordnung und seine beste Verwendung im Garten. Dazu kommen klare Hinweise zu passenden Pflanzpartnern und zur standortgerechten Kultur.
Steckbrief: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
- Botanischer Name: Linum perenne
- Deutscher Name: Blauer Lein
- Weitere Bezeichnung: Stauden-Lein, Ausdauernder Lein, Wilder Lein
- Familie: Leingewächse (Linaceae)
- Wuchshöhe: meist 30 bis 60 Zentimeter, je nach Standort
- Wuchsbreite: etwa 20 bis 30 Zentimeter, locker horstbildend
- Wuchsform: aufrecht, schlank, buschig verzweigt, aus feinen Stängeln
- Lebensdauer: ausdauernd, oft eher kurzlebig, dafür reich versamend
- Blütezeit: lang, meist von Juni bis August
- Blütenfarbe: klares Himmelblau, seltener zart hellblau
- Blütenform: weit offene, schalenförmige Blüten mit fünf seidigen Kronblättern
- Besonderheit der Blüte: jede Einzelblüte blüht nur einen Tag, wird aber täglich neu ersetzt
- Laub: schmal, lanzettlich, blaugrün, grasartig fein
- Standort: vollsonnig
- Boden: durchlässig, mager, trocken, sandig bis kiesig, gern kalkhaltig
- Winterhärte: sehr gut, zuverlässig frosthart
- Verwendung: Steingarten, Kiesbeet, Magerwiese, Trockenbeet, Beetkante, Naturgarten
- Besonderheit: heimische Wildstaude trockener Kalkmagerrasen; offene Blüten für Wildbienen und Schwebfliegen, Samen als Vogelnahrung
Botanischer Blick: Woran man den Blauen Lein erkennt
Der Blaue Lein ist eine ausdauernde, aufrecht wachsende Staude aus der Familie der Leingewächse. Aus einem kräftigen, tief reichenden Wurzelstock treiben mehrere schlanke, oben verzweigte Stängel, die sich zu einem lockeren, luftigen Horst zusammenschließen. So entsteht ein feingliedriges, bewegliches Bild, das dem Beet Höhe und Leichtigkeit verleiht, ohne massig zu wirken. Trotz ihrer zarten Erscheinung sind die Stängel überraschend elastisch und biegsam, eine Eigenschaft, die eng mit der Verwandtschaft zum Faser-Lein zusammenhängt.
Schon das Laub verrät seinen Charakter. Die Blätter sind schmal, lanzettlich und von einem matten Blaugrün, das an feines Gras erinnert. Sie sitzen wechselständig und dicht an den Stängeln, ungestielt und ganzrandig. Diese schmale, verdunstungsarme Belaubung ist eine klare Anpassung an trockene, sonnige Standorte: Wenig Blattfläche bedeutet wenig Wasserverlust. Auch außerhalb der Blüte bleibt das feine, grasgrüne Laub eine ruhige, durchlässige Struktur, die sich mühelos zwischen andere Wildstauden einfügt.
Das eigentliche Glanzstück sind jedoch die Blüten. Sie sitzen locker in den oberen Verzweigungen und öffnen sich weit zu flachen Schalen von zwei bis drei Zentimetern Durchmesser. Jede Blüte besteht aus fünf zarten, überlappenden Kronblättern von klarem Himmelblau, die eine seidige, fast durchscheinende Textur besitzen. In der Mitte stehen fünf Staubblätter um den Griffel, und nach der Bestäubung reift daraus eine kleine, rundliche Kapselfrucht, die zahlreiche glatte, glänzende Samen enthält.
Und warum diese weit offene, flache Schalenform? Hier lohnt der genaue Blick. Die offene Schale legt Nektar und Pollen frei und weithin sichtbar dar, sodass anfliegende Insekten eine bequeme Landefläche finden und die Nahrung ohne Umwege erreichen. Ein Detail fällt dabei besonders auf: Jede einzelne Blüte hält nur einen einzigen Tag. Warum lohnt sich dieser scheinbar verschwenderische Aufwand? Weil die Pflanze Tag für Tag über viele Wochen frische Blüten nachschiebt. Für die besuchenden Insekten entsteht so ein verlässliches, sich stetig erneuerndes Angebot, auch wenn die einzelne Blüte vergänglich ist.
Herkunft und Einordnung: Eine heimische Wildstaude trockener Kalkmagerrasen
Linum perenne ist in weiten Teilen Europas und angrenzenden Regionen Asiens beheimatet und gehört in Mitteleuropa regional zur ursprünglich heimischen Flora. Sein natürlicher Lebensraum sind sonnige, trockene Magerrasen, Kalkmagerrasen, steinige Hänge, Böschungen und lichte Säume, meist auf durchlässigem, nährstoffarmem und häufig kalkhaltigem Boden. Dort wächst er an Stellen, an denen die Sonne reichlich scheint, das Wasser rasch abzieht und Nährstoffe knapp bleiben.
Was sagt dieser Lebensraum über seinen Charakter? Einiges. Der Blaue Lein ist eine ausgesprochene Trocken- und Magerkeitsspezialistin. Der tief reichende Wurzelstock, das schmale, verdunstungsarme Laub und der schlanke Wuchs sind Anpassungen an sonnige, wasserarme Standorte mit deutlicher sommerlicher Trockenheit. Genau diese Eigenschaften machen ihn robust gegen Hitze und Trockenheit, aber empfindlich gegen dauerhafte Nässe und dichten, fetten Boden.
Hier ist eine ehrliche Einordnung wichtig. Der Blaue Lein ist eine glaubwürdig heimische Wildstaude unserer trockenen Kalkmagerrasen, regional fest in diesen artenreichen Lebensgemeinschaften verankert, wenn auch nicht flächendeckend in jeder Landschaft verbreitet. Wer regionale Herkünfte aus dem passenden Naturraum bezieht, gewinnt die Wildart selbst, wie sie an sonnigen Trockenhängen wächst, und keine gezüchtete Zierform mit fragwürdiger Herkunft. Ein Hinweis lohnt sich: Die Art ist häufig eher kurzlebig, hält sich aber durch willige Selbstaussaat zuverlässig am Standort.
Genau darin liegt sein Reiz für den naturnahen Garten. Wer einen sonnigen, mageren und durchlässigen Trockenstandort anzubieten hat, gewinnt mit dem Blauen Lein eine Art, die echte ökologische Zusammenhänge lebendig macht. Seine Ansprüche decken sich mit denen vieler heimischer Trocken- und Magerrasen-Arten, sodass er sich in einem sonnigen, mineralischen Gartenbereich wie eine selbstverständliche Bewohnerin blütenreicher Trockenrasen einfügt.
Ökologische Bedeutung: Täglich frische Schalenblüten als verlässliche Nahrungsquelle
Wer den Blauen Lein an einem sonnigen Sommertag beobachtet, erkennt rasch seinen Wert für Insekten. Auf den weit offenen, himmelblauen Schalen herrscht ein stetiges Kommen und Gehen. Die frei liegenden Staubblätter und der offen zugängliche Nektar stellen Nahrung ohne Umwege bereit, und die lange Blütezeit von Juni bis August liefert über viele Wochen ein verlässliches Angebot. Auch wenn jede einzelne Blüte nur einen Tag hält, sorgt der tägliche Nachschub frischer Blüten für ein durchgehend gedecktes Buffet.
Warum werden diese Blüten so gern besucht? Der Schlüssel liegt in ihrem Bau. Die flache, offene Schale eignet sich für ein breites Spektrum an Bestäubern, von kurzrüsseligen bis zu langrüsseligen Arten. An den Blüten zeigen sich deshalb zahlreiche Wildbienen, dazu Schwebfliegen, kleinere Käfer und immer wieder Tagfalter, denen die weite Schale als bequeme Landeplattform dient. Besonders erwähnenswert: Auf Lein sind einzelne spezialisierte Wildbienen unterwegs, etwa bestimmte Sandbienen (Andrena-Arten), die gezielt Leinpollen für ihre Brut sammeln. Der frei liegende Pollen ist eine wichtige Eiweißquelle, während der Nektar Energie liefert.
Hier lohnt eine sachliche, nachvollziehbare Einordnung. Aus der beobachtbaren Eigenschaft „viele offen zugängliche Blüten mit frei liegendem Pollen und Nektar, täglich erneuert über eine lange Blütezeit“ folgt konkret, dass der Blaue Lein einem breiten Spektrum besuchender Insekten Nahrung bietet. Als heimische Art ist dieser Nahrungswert glaubwürdig in unsere regionalen Nahrungsnetze eingebunden. Welche einzelnen spezialisierten Wildbienenarten in welchem Umfang profitieren, hängt von Standort und Umgebung ab, hier ist die gebotene Zurückhaltung angebracht.
Und damit ist der ökologische Beitrag noch nicht erschöpft. Nach der Blüte reifen die kleinen Kapselfrüchte mit ihren zahlreichen glatten, öligen Samen. Diese Samen dienen kleinen Vögeln im Spätsommer und Herbst als Nahrung, sofern man die Fruchtstände stehen lässt. Aus der Eigenschaft „reiche Samenbildung in offenen Kapseln“ folgt damit die Funktion als zusätzliche Nahrungsquelle im Jahresverlauf. Genau diese Ehrlichkeit macht die Einordnung belastbar: Der Blaue Lein ist ein zuverlässiger, lang blühender Nektar- und Pollenpunkt und liefert darüber hinaus Samen, ohne dass man seinen Beitrag übertreiben müsste. Wer ihn mit weiteren heimischen Trocken- und Magerrasen-Arten kombiniert, gewinnt echte ökologische Tiefe.
Gartenwert und Wirkung: Leuchtendes Blau in luftiger, beweglicher Struktur
Manche Stauden überzeugen durch Fülle und Masse, andere durch Farbe und Leichtigkeit. Der Blaue Lein gehört eindeutig zur zweiten Gruppe. Seine klaren, himmelblauen Schalen leuchten einzeln deutlich hervor und fügen sich zugleich zu einer lockeren, schwebenden Blütenwolke über dem feinen, blaugrünen Laub. Im Wind gerät der ganze Bestand in Bewegung, sodass ein lebendiges, flimmerndes Bild entsteht, das kaum eine andere Staude in dieser Reinheit des Blaus erreicht.
Gerade dieses klare Blau ist gestalterisch außergewöhnlich wertvoll. Es ist eine der seltenen, wirklich reinen Blautöne im Sommergarten und harmoniert wunderbar mit warmem Gelb, mit zartem Rosa und Weiß sowie mit silbrigem Laub. Vor dem Grau von Fels und Kies wirkt es besonders leuchtend. Die feine, durchlässige Struktur der Pflanze lässt sie leicht und transparent erscheinen, sodass sie sich mühelos zwischen Gräser und andere Wildstauden mischt, ohne diese zu verdecken.
Vielleicht liegt darin sein besonderer Reiz. Der Blaue Lein ist eine Pflanze für alle, die naturnahe, bewegliche Sommerbilder schätzen und dabei Wert auf echten ökologischen Nutzen legen. Ob im Steingarten, im Kiesbeet, in der Magerwiese oder an einer sonnigen Beetkante, er verbindet leuchtende Farbe, feine Struktur, lange Blütezeit und ein reges Insektentreiben zu einem stimmigen Ganzen, gerade dort, wo viele üppigere Stauden an Hitze und Trockenheit scheitern.
Verwendung im Garten und Naturgarten: Wildstaude für sonnige, magere Trockenflächen
Im Garten gehört der Blaue Lein an vollsonnige, gut durchlässige Standorte mit magerem, trockenem und sandig-kiesigem, gern kalkhaltigem Boden. Dort entfaltet er seine ganze Stärke. Besonders überzeugend wirkt er in Pflanzungen, die an sonnige Trockenrasen und magere Wiesen erinnern, also an jene Lebensräume, aus denen er stammt. In fetten, feuchten oder schattigen Lagen wächst er weich, fällt auseinander und blüht schwächer.
Am schönsten kommt er in kleinen bis größeren Gruppen zur Geltung. Einzeln gesetzt wirkt er als zarter, blauer Akzent, in Trupps entsteht eine zusammenhängende, flimmernde Blütenwolke. Da er sich willig versamt, füllt er offene Stellen von allein und hält sich so über Jahre am Standort, auch wenn einzelne Pflanzen eher kurzlebig sind. Wer diese Selbstaussaat zulässt, gewinnt einen dynamischen, sich stetig erneuernden Bestand.
Besonders gut eignet er sich für:
- Steingärten und Kiesbeete auf magerem, durchlässigem, kalkbetontem Grund
- magere Blumenwiesen und wiesenartige Pflanzungen
- durchlässige Trockenbeete auf sandigem oder steinigem Boden
- warme, durchlässige Böschungen und Wegränder
- gemischte Pflanzungen mit heimischen Trocken- und Magerrasen-Arten
- Flächen, auf denen gezielt Nahrung für Wildbienen und Falter geschaffen werden soll
Wichtig bleibt dabei eines: Der Blaue Lein braucht Sonne und einen durchlässigen, nicht zu fetten Boden. In stark gedüngten oder feuchten Lagen wird er weich und neigt zum Umkippen. Wer ihm einen mageren, sonnigen und durchlässigen Platz gibt und ihn mit heimischen Trockenstauden kombiniert, verbindet leuchtende Gartenwirkung mit einem glaubwürdigen Beitrag für besuchende Wildbienen und Schmetterlinge. Genau dieser Gedanke steht hinter Gärten, die leben.
Passende Pflanzpartner: Gute Begleiter für sonnige, magere Trockenstandorte
Die besten Pflanzpartner sind heimische Trocken- und Magerrasen-Arten, die dieselben Ansprüche an Sonne, scharfe Drainage und mageren, gern kalkhaltigen Boden mitbringen. In einer sonnigen Trockenpflanzung lässt sich das klare Himmelblau des Blauen Leins wunderbar mit gelben, purpurnen und silbrigen Begleitern kombinieren, die das ohnehin reiche Insektenangebot ergänzen und für gestalterische Spannung sorgen.
Sehr stimmig wirken zum Beispiel:
- Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) als heimischer Magerrasen-Begleiter mit purpurroten Blüten und hohem Insektenwert
- Echter Dost (Origanum vulgare) für duftende, rosa-purpurne Blütenwolken und außergewöhnlich reichen Insektenflor
- Färber-Kamille (Anthemis tinctoria) für warmes Gelb als leuchtender Kontrast zum reinen Blau
- Sand-Thymian (Thymus serpyllum) als heimischer, duftender Halbstrauch für aromatische Teppiche und reichen Bienenflor
- Echtes Sonnenröschen (Helianthemum nummularium) für gelbe Blütenpolster auf magerem, kalkhaltigem Grund
- Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor) für feine Struktur auf trockenem, kalkhaltigem Boden
- Schaf-Schwingel (Festuca ovina) für ruhige, silbrig-grüne Gräserstruktur, die den zarten Stängeln Halt gibt
Solche Kombinationen leben vom Zusammenspiel der Farben und Formen. Das reine Blau des Leins trifft auf warmes Gelb, purpurne Nelken und feine Gräser und ergibt ein lebendiges, wiesenhaftes Bild sonniger Magerflächen. Wer heimische Trocken- und Magerrasen-Arten großzügig einplant, gewinnt echte ökologische Tiefe und schafft ein durchgehendes Nahrungsangebot vom Frühsommer bis in den Spätsommer, in dem jeder Partner seinen Platz im kleinen Trockenlebensraum findet. Zugleich geben die standfesteren Nachbarn den schlanken Leinstängeln eine natürliche Stütze.
Der richtige Standort: Was Linum perenne wirklich braucht
Der Standort entscheidet beim Blauen Lein fast vollständig über Wuchs, Blühfreude und Standfestigkeit. Volle Sonne ist der wichtigste Faktor. An hellen, warmen Plätzen bleibt er standfest, blüht reich und öffnet seine Blüten am zuverlässigsten, denn die Schalen brauchen Sonnenlicht, um sich weit zu entfalten. Halbschatten wird kaum vertragen und führt zu lockerem, weichem Wuchs, spärlicherer Blüte und umkippenden Stängeln. Je sonniger der Platz, desto besser gedeiht diese Trockenstaude.
Beim Boden liebt der Blaue Lein durchlässige, magere und trockene Substrate. Sandige, kiesige bis steinige Böden mit geringem Nährstoffgehalt sind ideal, gern mit etwas Kalk, wie es dem natürlichen Kalkmagerrasen entspricht. Schwere, verdichtete und vor allem dauerhaft feuchte Böden sind ungeeignet, denn Staunässe, besonders im Winter, gehört zu den häufigsten Ausfallursachen. Zu viele Nährstoffe fördern weiches, instabiles Wachstum, lassen die feinen Stängel auseinanderfallen und mindern die Standfestigkeit deutlich.
Was hilft, wenn der Gartenboden zu schwer oder zu fett ist? Dann lohnt sich eine gründliche Vorbereitung. Eine tiefe Auflockerung mit reichlich Sand, Splitt und feinem Kies schafft die nötige Durchlässigkeit, und der Verzicht auf Düngung hält die Pflanze standfest. Auch leicht erhöhte oder geneigte Pflanzbereiche sind günstig, weil das Wasser dort rasch abzieht. So lässt sich der sonnige, magere Trockenstandort, den Linum perenne von Natur aus bevorzugt, im Garten gut nachbilden.
Woran erkennt man einen guten Platz? Der Blaue Lein bildet dort schlanke, standfeste Horste, treibt aufrechte, gut verzweigte Blütenstängel und überzieht sich über viele Wochen mit täglich frischen, von Insekten besuchten Blüten. Bleibt er schwach, kippt er bei Regen um oder blüht er nur spärlich, stimmt meist das Zusammenspiel aus Licht, Bodendurchlässigkeit und Nährstoffangebot nicht.
Pflegehinweise: Wenig Aufwand, aber die richtigen Bedingungen
Steht der Blaue Lein am passenden Platz, gehört er zu den pflegeleichten und genügsamen Trockenstauden. Er braucht keine intensive Betreuung, sondern vor allem einen sonnigen, mageren Stand und den richtigen Umgang mit Feuchtigkeit und Nährstoffen.
Staunässe konsequent vermeiden
Das ist der wichtigste Punkt. Vor allem winterliche Nässe lässt den Wurzelgrund leicht faulen. Wer schwere Böden hat, sollte vor der Pflanzung unbedingt mit Sand, Splitt oder grobem Kies für besseren Wasserabzug sorgen. Einmal etabliert, kommt der Blaue Lein dank seines tiefen Wurzelstocks mit Trockenheit hervorragend zurecht und benötigt praktisch keine Bewässerung.
Kaum düngen
Auf Düngung verzichtet man am besten ganz. Zu viele Nährstoffe fördern weiches, instabiles Wachstum, lassen die schlanken Stängel umkippen und mindern die Blühfreude. Der magere Stand kommt dieser Trockenstaude deutlich mehr entgegen als jede Nährstoffgabe und erhält zugleich ihren zierlichen, aber standfesten Charakter.
Rückschnitt und Selbstaussaat steuern
Ein Rückschnitt nach der Hauptblüte hält die Pflanze frisch und regt bisweilen eine leichte Nachblüte an. Wer jedoch einen dauerhaften Bestand wünscht, lässt einige Fruchtstände stehen, denn die reiche Selbstaussaat ist der Schlüssel zum langfristigen Fortbestehen dieser eher kurzlebigen Art. Die reifen Samen liefern zugleich Nahrung für kleine Vögel. Wo sich zu viele Sämlinge einstellen, lassen sie sich im Frühjahr mühelos herausziehen.
Standfestigkeit unterstützen
Die feinen Stängel können an windigen oder etwas nährstoffreicheren Standorten auseinanderfallen. Eine Pflanzung in Gruppen, in denen sich die Triebe gegenseitig stützen, oder die Nachbarschaft niedriger, standfester Gräser gibt dem Blauen Lein natürlichen Halt, ganz ohne künstliche Stütze. Ein magerer Boden bleibt aber die beste Vorsorge gegen weichen Wuchs.
Vermehrung und Verjüngung
Vermehren lässt sich der Blaue Lein am einfachsten über Aussaat, die als Wildart typische, unkomplizierte Nachkommen liefert. Da er sich ohnehin willig versamt, gewinnt man oft von allein junge Pflanzen für weitere sonnige Flächen. Wer gezielt vermehren möchte, sammelt die reifen Samen im Spätsommer und sät sie an passenden, offenen Stellen aus. Eine Teilung älterer Pflanzen ist wegen der tiefen Pfahlwurzel kaum sinnvoll, hier ist die Aussaat der verlässlichere Weg.
Fazit: Heimische Wildstaude mit reinem Blau und echtem Insektenwert
Der Blaue Lein ist eine ausdauernde, wärmeliebende Wildstaude für vollsonnige, sehr durchlässige, magere und trockene Standorte. Mit seinem schlanken, luftigen Wuchs, den klaren, himmelblauen Schalenblüten und seiner langen Blütezeit von Juni bis August bringt Linum perenne eine der reinsten Blautöne des Sommers und eine feine, bewegliche Struktur auf kargen Grund. Besonders in Steingärten, Kiesbeeten, Magerwiesen und an sonnigen Beetkanten zeigt er seine Stärken, gerade dort, wo viele andere Pflanzen an Hitze und Trockenheit scheitern.
Ehrlich eingeordnet ist er eine regional heimische Wildstaude trockener Kalkmagerrasen und damit glaubwürdig in unsere regionalen Nahrungsnetze eingebunden. Seine weit offenen Blüten, die zwar nur einen Tag halten, aber täglich frisch nachgeschoben werden, bieten über viele Wochen frei zugänglichen Nektar und Pollen für ein breites Spektrum an Wildbienen, Schwebfliegen und Faltern, darunter einzelne auf Lein spezialisierte Sandbienen, und seine reifen Samen liefern kleinen Vögeln zusätzliche Nahrung. Wer ihm einen mageren, sonnigen und durchlässigen Platz gibt, auf Düngung verzichtet, ihm eine gewisse Selbstaussaat zugesteht und ihn mit heimischen Trocken- und Magerrasen-Arten kombiniert, gewinnt eine pflegeleichte, blühfreudige Pflanze, die leuchtende Gartenwirkung und einen echten Beitrag für Insekten verbindet. Setzen Sie ihn in kleinen Gruppen in ein sonniges, mageres Beet und ergänzen Sie ihn mit heimischen Magerrasen-Arten für die volle ökologische Wirkung.
Blauer Lein. Echt heimisch. Echt wild. Nahrung für Wildbienen und Schmetterlinge. Ja natürlich, Gartenbau & Floristik Klaus Hüskes, für Gärten die leben.
- Standort / Pflanzplatz
- Balkon / Topfgeeignet
Sonnig - Blütezeit
- Sommer (Juni bis August)
- Nutzung durch den Menschen
- Essbare Blüten
Essbare Pflanzenteile - Ökologischer Nutzen
- Insektenfreundlich
Wildbienenfreundlich - allgemein
- Kräftige Jungpflanze mit 6 cm Wurzelballen
- Kategorie NaturaDB
- Jungpflanze