Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) mit großen cremeweißen Blütenschirmen im Frühsommer
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) kaufen
  • Neu
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) mit großen cremeweißen Blütenschirmen im Frühsommer
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) kaufen

Schwarzer Holunder, Sambucus nigra

4,05 €
Bruttopreis
Wurzelnackt geliefert Versand in der Pflanzzeit Liefergröße 60–90cm
  • ✔ Ohne Topf und Erde – direkt pflanzbereit
  • ✔ November bis Februar – witterungsabhängig
  • ✔ Junggehölz, wurzelnackt und pflanzbereit

Wenn im Frühsommer der Duft weißer Holunderblüten durch den Garten zieht, ist der Sommer nicht mehr weit. Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra), auch Hollerbusch genannt, ist ein heimisches Wildgehölz mit einer langen Kulturgeschichte. Seine cremeweißen Blütenschirme locken zahlreiche Insekten an, während die glänzend schwarzen Früchte im Spätsommer und Herbst eine wertvolle Nahrungsquelle für Vögel sind. Besonders wohl fühlt er sich auf frischen, nährstoffreichen Böden. Ein charaktervoller Großstrauch für lebendige Naturgärten, Wildgehölzhecken und sonnige bis halbschattige Gehölzränder.

🚚 Versand Mo – Mi (pflanzenschonend)
♻️ Nachhaltig verpackt
🏡 Aus eigener Gärtnerei
Bewertung:
(0)
 

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra): Der alte Hollerbusch – ein duftendes Stück Heimat

Es gibt Pflanzen, die begleiten uns nicht nur durch die Jahreszeiten, sondern auch durch unsere Erinnerungen. Der Duft frisch aufgeblühter Holunderdolden an einem warmen Frühsommertag gehört für viele Menschen dazu. Er erinnert an alte Bauerngärten, an selbst gemachten Holunderblütensirup und an jene verwunschenen Gartenecken, in denen die Natur noch ein wenig machen durfte, was sie wollte.

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist genau solch ein Gehölz.

Oft steht er am Rand einer alten Scheune, zwischen Feldhecken oder an einem sonnigen Waldrand. Seine knorrigen Äste tragen im Juni große, cremeweiße Blütenschirme, die wie helle Teller über dem frischen Grün schweben.

Wenn im Spätsommer die Früchte reifen, verwandelt sich der Strauch erneut. Dann hängen schwere Dolden voller glänzend schwarzer Früchte an den Zweigen, und die Vögel entdecken den reich gedeckten Tisch.

Der Holunder ist kein Gehölz, das sich in eine strenge Form pressen lassen möchte. Er wächst lebendig, manchmal ein wenig eigenwillig, und entwickelt mit den Jahren eine ganz besondere Persönlichkeit.

Für den Naturgärtner ist er ein wunderbarer Begleiter. Denn kaum ein anderes vertrautes Gartengehölz verbindet eine so lange menschliche Kulturgeschichte mit einem so selbstverständlichen Platz in unserer heimischen Natur.

Steckbrief: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Botanischer Name: Sambucus nigra

  • Familie: Moschuskrautgewächse (Adoxaceae); in älterer Systematik Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)

  • Deutsche Namen: Schwarzer Holunder, Holler, Holder, Fliederbeere

  • Wuchs: Sommergrüner, stark verzweigter Großstrauch, gelegentlich kleiner Baum

  • Wuchshöhe: Meist 3 bis 7 Meter, an günstigen Standorten auch höher

  • Wuchsbreite: Etwa 3 bis 5 Meter, bei alten Exemplaren auch darüber

  • Blütezeit: Mai bis Juli, Hauptblüte meist im Juni

  • Blütenfarbe: Cremeweiß bis gelblichweiß

  • Früchte: Kleine, glänzend schwarzviolette, beerenähnliche Steinfrüchte

  • Fruchtreife: August bis Oktober, abhängig von Standort und Witterung

  • Standort: Sonnig bis halbschattig

  • Boden: Frisch bis feucht, humos, nährstoffreich, bevorzugt tiefgründig

  • Ökologischer Nutzen: Blüten für Insekten, Früchte für Vögel, Nahrungspflanze und Lebensraum für verschiedene Kleintiere

  • Besonderheit: Traditionelle Nutz- und Kulturpflanze mit duftenden Blüten und auffälligem Fruchtschmuck

  • Verwendung: Naturgarten, Wildgehölzhecke, Bauerngarten, Gehölzrand, Vogelschutzgehölz

  • Winterhärte: Sehr gut winterhart

  • Wichtiger Hinweis: Rohe Früchte und grüne Pflanzenteile enthalten gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe. Reife Früchte nur ausreichend erhitzt verzehren.

Botanischer Blick: Weiße Blütenteller und schwarze Steinfrüchte

Wer einen Schwarzen Holunder aus der Nähe betrachtet, entdeckt einige Merkmale, an denen sich dieses Gehölz leicht erkennen lässt.

Seine Blätter stehen sich an den Zweigen gegenüber. Sie sind unpaarig gefiedert und bestehen meist aus fünf bis sieben länglichen, zugespitzten Teilblättchen mit gesägtem Rand.

Zerreibt man ein Blatt zwischen den Fingern, entsteht ein kräftiger, eigenwilliger Geruch, der mit dem süßen Duft der Blüten wenig gemeinsam hat.

Auch die Zweige besitzen eine Besonderheit: Ihr Inneres ist mit einem auffällig hellen, weichen Mark gefüllt.

Im Frühsommer erscheinen die großen, flachen Blütenstände.

Was aus einiger Entfernung wie eine einzige weiße Blüte wirkt, besteht tatsächlich aus zahlreichen winzigen Einzelblüten. Jede besitzt meist fünf Kronzipfel und auffällige gelbliche Staubbeutel.

Die Blütenstände können einen Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern erreichen und bilden helle Schirme über dem Laub.

Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich kleine, kugelige Früchte.

Obwohl wir sie gewöhnlich Holunderbeeren nennen, handelt es sich botanisch um beerenähnliche Steinfrüchte.

Während der Reife färben sie sich zunächst rötlich und schließlich tief schwarzviolett.

Die schweren Fruchtstände hängen dann oft an rötlich gefärbten Stielen nach unten.

Ein besonders schöner Anblick entsteht, wenn das dunkle Fruchtgewicht die Zweige leicht nach unten zieht und zwischen den Blättern die ersten Vögel erscheinen.

Standort und Lebensraum: Wo der Boden voller Leben steckt

Der Schwarze Holunder ist ein Gehölz der nährstoffreichen Landschaften.

In der Natur findet man ihn an Waldrändern, in Hecken, an Bachufern, auf Waldlichtungen und in der Nähe menschlicher Siedlungen.

Besonders häufig wächst er dort, wo der Boden reich an Stickstoff und organischer Substanz ist.

Alte Hofstellen, Kompostplätze, nährstoffreiche Säume und ehemalige Viehweiden sind typische Orte, an denen sich der Holunder von selbst ansiedeln kann.

Er ist damit ein ausgezeichneter Zeiger für nährstoffreiche Böden.

Anders als viele Pflanzen trockener Magerrasen bevorzugt der Holunder einen frischen bis feuchten, humosen Untergrund.

Auf tiefgründigen Lehmböden mit guter Wasserversorgung entwickelt er sich besonders kräftig.

Dabei ist er erstaunlich anpassungsfähig. Er wächst sowohl in der Sonne als auch im Halbschatten.

An sonnigen Standorten bildet er bei ausreichender Feuchtigkeit meist besonders viele Blüten und Früchte.

Dauerhaft trockene, flachgründige Böden sind dagegen weniger geeignet.

Für den Naturgarten bedeutet das: Der Holunder ist die richtige Wahl für nährstoffreiche Gehölzränder, größere Hecken und Gartenbereiche, in denen der Boden auch im Sommer eine gewisse Frische bewahrt.

Er braucht keinen besonders aufwendig vorbereiteten Boden. Viel wichtiger sind ausreichend Platz und eine gute Wasserversorgung während der Anwachsphase.

Ökologische Bedeutung: Ein reich gedeckter Tisch für viele Tiere

Ein Blütenschirm voller kleiner Gäste

Wenn der Schwarze Holunder blüht, erscheinen seine großen weißen Blütenschirme wie natürliche Landeplätze für Insekten.

Besonders verschiedene Fliegen, Schwebfliegen und Käfer besuchen die zahlreichen kleinen Blüten.

Auch andere blütenbesuchende Insekten können hier Pollen aufnehmen.

Die offenen Blüten sind leicht zugänglich und benötigen keine besonders langen Mundwerkzeuge.

Damit ergänzt der Holunder das Nahrungsangebot heimischer Gehölze im Frühsommer.

Raupen und andere Blattbewohner

Nicht nur die Blüten sind ökologisch interessant.

Auch die Blätter und Zweige des Holunders werden von verschiedenen Insekten genutzt.

Dazu gehören pflanzenfressende Arten, deren Larven sich von Blättern oder anderen Pflanzenteilen ernähren.

Ein bekanntes Beispiel ist der Holunderzünsler (Anania coronata), dessen Raupen unter anderem an Holunder leben.

Solche Beziehungen zeigen, weshalb heimische Gehölze für einen Naturgarten so wertvoll sind.

Sie bieten nicht nur Nahrung für auffällige Blütenbesucher, sondern sind Teil eines viel größeren Netzes aus Pflanzen, Insekten, Vögeln und anderen Tieren.

Schwarze Früchte für die Vogelwelt

Im Spätsommer und Herbst wird der Holunder zu einer wichtigen Nahrungsquelle für fruchtfressende Vögel.

Amseln, Drosseln, Stare und weitere Arten können die reifen Früchte aufnehmen.

Dabei tragen sie zugleich zur Verbreitung der Samen bei.

Wer einen Holunder im Garten hat, kann dieses Schauspiel oft aus nächster Nähe beobachten.

Die Vögel sitzen zwischen den Zweigen, pflücken einzelne Früchte und verschwinden wieder im Gebüsch.

Auch die dichte Verzweigung älterer Sträucher schafft geschützte Aufenthaltsbereiche und kann geeignete Nistplätze bieten.

Ein frei wachsender Holunder ist deshalb weit mehr als ein schöner Blütenstrauch. Er ist ein kleines Stück lebendiger Landschaft.

Kulturgeschichte: Vom heiligen Hollerbusch zum Holundersirup

Kaum ein heimisches Gehölz ist so eng mit alten Bräuchen verbunden wie der Holunder.

In vielen Regionen galt der Hollerbusch früher als besonderer Schutzbaum des Hauses.

Man pflanzte ihn in der Nähe von Höfen und Scheunen und verband mit ihm Vorstellungen von Glück, Schutz und guten Hausgeistern.

Nach volkstümlicher Überlieferung sollte man einen alten Holunder nicht leichtfertig fällen.

Auch in der Volksheilkunde spielte er über viele Jahrhunderte eine bedeutende Rolle.

Holunderblüten wurden traditionell für Teeaufgüsse verwendet, während aus den ausreichend erhitzten Früchten Säfte, Gelees und andere Zubereitungen entstanden.

Bis heute gehört der Duft von Holunderblütensirup für viele Menschen zum Frühsommer.

Doch bei aller Tradition ist eine wichtige Unterscheidung notwendig.

Rohe Holunderfrüchte, insbesondere unreife, sowie Blätter, Rinde und andere grüne Pflanzenteile enthalten gesundheitsschädliche Stoffe.

Reife Holunderfrüchte dürfen deshalb nicht einfach roh in größeren Mengen verzehrt werden. Für die Küche müssen sie fachgerecht verarbeitet und ausreichend erhitzt werden.

Auch die Blüten sollten für Lebensmittel nur sachgerecht gesammelt und verarbeitet werden.

Im Naturgarten darf der Holunder natürlich einfach Holunder bleiben – mit Blüten für Insekten und Früchten für Vögel.

Verwendung im Naturgarten: Ein Gehölz mit Charakter

Der Schwarze Holunder ist ein wunderbarer Strauch für größere, naturnahe Gärten.

Er benötigt Platz, denn mit den Jahren entwickelt er eine breite, oft etwas unregelmäßige Krone.

Gerade diese natürliche Wuchsform macht seinen besonderen Reiz aus.

Der ideale Standort

Besonders gut eignet sich der Holunder für:

  • Größere Wildgehölzhecken

  • Sonnige bis halbschattige Gehölzränder

  • Naturnahe Bauerngärten

  • Nährstoffreiche Gartenbereiche

  • Frische bis feuchte Böschungen

  • Größere Vogelschutzpflanzungen

Als Einzelstrauch kann er einen schönen Blickfang bilden.

In einer gemischten Hecke verbindet er verschiedene Gehölze und sorgt für eine abwechslungsreiche Höhenstruktur.

Gute Pflanzpartner

Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus)

Seine weißen Blütenschirme und leuchtend roten Herbstfrüchte ergänzen den Holunder besonders schön auf frischen bis feuchten Böden.

Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus)

Mit ihren weißen Blütentrauben bringt sie zusätzliche Frühlingsblüten in größere Gehölzpflanzungen.

Roter Hartriegel (Cornus sanguinea)

Seine weißen Blüten, dunklen Früchte und auffälligen roten Wintertriebe sorgen für Abwechslung im Jahresverlauf.

Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)

Ein heimisches Gehölz mit ungewöhnlichen rosa-orangen Früchten und schöner Herbstfärbung. Seine Früchte sind für Menschen giftig.

Am sonnigen Gehölzrand können passende Wildstauden die Pflanzung ergänzen.

Besonders schön sind:

  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum) mit seinen rosafarbenen Blütenständen

  • Gewöhnlicher Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris) für frische bis feuchte Bereiche

  • Blutweiderich (Lythrum salicaria) für sonnige, feuchte Randzonen

  • Gewöhnlicher Dost (Origanum vulgare) an sonnigeren, besser durchlässigen und weniger nährstoffreichen Säumen

So entsteht ein abwechslungsreicher Übergang zwischen Gehölzen und blühenden Wildstauden.

Pflanzung und Pflege: Ein genügsamer Riese mit großem Appetit

Der Schwarze Holunder ist an einem geeigneten Standort ausgesprochen robust.

Sein kräftiges Wachstum zeigt allerdings, dass er ausreichend Nährstoffe und Wasser schätzt.

Während der Anwachsphase sollte der Boden nicht über längere Zeit austrocknen.

Besonders bei frisch gepflanzten wurzelnackten Gehölzen ist es wichtig, die Wurzeln vor dem Austrocknen zu schützen, sie sorgfältig einzupflanzen und anschließend gründlich zu wässern.

Ist der Holunder gut eingewurzelt, benötigt er auf frischen, nährstoffreichen Böden meist nur wenig zusätzliche Pflege.

Eine regelmäßige Düngung ist bei guter Bodenversorgung nicht erforderlich.

Auch beim Schnitt ist er unkompliziert.

Der Holunder besitzt ein gutes Ausschlagsvermögen und verträgt kräftigere Rückschnitte.

Wer jedoch viele Blüten und Früchte erhalten möchte, sollte nicht jedes Jahr sämtliche jungen Triebe stark einkürzen.

Besser ist es häufig, ältere, ungünstig stehende oder abgestorbene Äste gezielt zu entfernen.

So bleibt die natürliche Wuchsform erhalten, und der Strauch kann weiterhin reich blühen.

Unser Tipp: Lassen Sie einem Schwarzen Holunder genügend Raum, um alt werden zu dürfen. Gerade ältere Exemplare mit ihren knorrigen Ästen, dichten Kronen und zahlreichen Blütenschirmen entwickeln einen unverwechselbaren Charakter.

Fazit: Ein Stück lebendige Heimat

Der Schwarze Holunder ist weit mehr als eine Pflanze für Sirup und Saft.

Er ist ein Stück Kulturgeschichte, ein vertrauter Begleiter unserer Landschaft und ein wertvoller Bestandteil naturnaher Gärten.

Seine weißen Blüten kündigen den Frühsommer an. Seine schwarzen Früchte locken Vögel in den Garten. Seine Zweige und Blätter bieten Lebensraum für viele kleine Bewohner.

Und mit jedem Jahr gewinnt er an Charakter.

Wer einen Holunder pflanzt, entscheidet sich für ein Gehölz, das nicht nur schön aussieht, sondern den Garten mit Leben füllt.

Vielleicht steht er eines Tages genauso selbstverständlich am Gartenrand wie früher an den alten Bauernhöfen – als stiller Begleiter durch die Jahreszeiten.

Schwarzer Holunder. Echt heimisch. Echt wild. Nahrung für Wildbienen und Schmetterlinge.

Gärtnerei & Floristik Klaus Hüskes – für Gärten, die leben.

Gehölze
Versand November - Februar
Wuchshöehe
Wurzelnackte Pflanzen
Kategorie NaturaDB
Gehölze
Pflanzenpass /Plant Passport DE-NW-1103932
30 Artikel

12 andere Artikel in der gleichen Kategorie:

Rosi hat sich die Pflanze gemerkt
Rosi merkt sich diese Pflanze für den Vergleich 🌱